Die Werbefirma Publigroupe zieht aus den Einbussen beim klassischen Inserateverkauf Konsequenzen und verkauft ihre Tochter Publicitas. Käuferin ist die deutsche Aurelius, wie Publigroupe am Mittwoch mitteilt.

Publigroupe will sich in Zukunft auf das digitale Geschäft konzentrieren und trennt sich darum vom klassischen Inserateverkauf. Aurelius übernimmt sämtliche 860 Mitarbeitende und alle vertraglichen Verpflichtungen insbesondere gegenüber den Medienanbietern, Werbeauftraggebern und Agenturen, schreibt die Publigroupe.

Der Verkaufspreis liege im niedrigen zweistelligen Millionen-Franken-Bereich. Der Vollzug der Transaktion werde für das zweite Quartal 2014 erwartet, heisst es. Die Aktionäre der Publigroupe und die Wettbewerbsbehörden müssen dem Verkauf aber noch zustimmen. Publigroupe will sich in Zukunft auf das digitale Geschäft konzentrieren. Nach Abschluss des Verkaufs werde Publigroupe 80 Prozent ihres Umsatzes mit digitalen Produkten und Dienstleistungen erzielen, schreibt das Waadtländer Unternehmen.

Anzeige

Aurelius-Chef plant Kosteneinsparungen

Der Chef der deutschen Beteiligungsfirma Aurelius, Dirk Markus, sieht für Publicitas markante Kosteneinsparungen – im IT-Bereich, aber auch insbesondere personell. Was das genau für die Zahl der Mitarbeiter bedeute, könne er derzeit noch nicht sagen.

«Dafür ist es noch zu früh», sagte Markus an einer Telefonkonferenz am Mittwochnachmittag. Allerdings heisse Kosteneinsparung nicht zwingen Stellenabbau.

Eine lange Tradition

Aurelius ist eine Beteiligungsgesellschaft. Sie spezialisiert sich nach eigenen Angaben auf «die Übernahme von Unternehmen mit Entwicklungspotenzial durch enge operative Begleitung». Die Gruppe besitzt Büros in München und London sowie 17 Tochterfirmen in Deutschland, Grossbritannien, Frankreich, Polen, Ungarn, den Niederlanden und in der Schweiz. Zu Aurelius gehören unter anderem der Getränkehersteller Berentzen und der Elektronikhersteller Blaupunkt.

Publicitas ist ein Werbevermarkter, der in über 20 Ländern vertreten ist. Er besitzt ein Portfolio mit über 10'000 Werbeangeboten in der Schweiz und im Ausland. Das Unternehmen wurde 1855 gegründet.

Stellenabbau bereits 2013

Bereits im vergangenen August kündigte die Publigroupe einen Stellenabbau an. Bei der Tochtergesellschaft Publicitas wurden 140 Vollzeitstellen gestrichen, davon 100 in der Schweiz, was 80 Kündigungen zur Folge hatte.

Anfang März meldete das Unternehmen rote Zahlen für das Jahr 2013: Es hatte einen Nettoverlust von 5,9 Millionen Franken verzeichnet.

Die Aktionäre der Werbevermarkterin Publigroupe haben euphorisch auf den Verkauf der Tochter Publicitas reagiert. Die Publigroupe-Aktien sprangen am Morgen um satte 25,9 Prozent in die Höhe.

(sda/se/moh)