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Staatsfonds
Puerto Ricos Schuldenkrise wird für die UBS teuer

UBS: Kein Glück in den Grossen Antillen.   Keystone

Die UBS wurde für Deals mit staatlich hinterlegten Fonds in Puerto Rico gebüsst – ein weiteres Mal. Anleger verloren massiv, nachdem das grösste Aussengebiet der USA pleite ging.

Von Christian Bütikofer
am 14.09.2016

Der Inselstaat Puerto Rico ist hoch verschuldet. Das Land, das von den Vereinigten Staaten 1898 annektiert wurde und seither als US-Aussengebiet gilt, weist eine Schuldenlast von gegen 70 Milliarden US-Dollar auf. Das hat unangenehme Konsequenzen für Eigner von Staatsfonds des Landes – deren Investments haben massiv an Wert verloren.

Die Folgen der faktischen Zahlungsunfähigkeit reichen bis in die Schweiz: Die UBS war in Puerto Rico gross im Geschäft. Nun lassen die Ausfälle der Insel die Grossbank so schnell nicht mehr los. Der Ärger begann, kurz nachdem das Land auf den grossen Antillen den Schuldendienst stoppte. Bald meldeten sich UBS-Kunden bei den Aufsichtsbehörden. Ihre Einbussen seien durch Falschberatung entstanden, lautete einer der Vorwürfe. Die Behörden handelten zügig.

Angeblich Falschberatung

Die UBS muss in der Angelegenheit nun mehrfach zahlen: Bereits im September 2015 hatte die oberste US-Börsenorganisation Finra sowie die ihr untergeordnete Aufsicht SEC die Grossbank wegen Fehlverhaltens zu einer Zahlung von rund 34 Millionen Dollar (rund 30 Millionen Franken) verknurrt. Wenig später wurde bekannt, dass die Grossbank mit einem Schiedsgericht ausserdem einen 1,45-Millionen-Vergleich abgeschlossen hatte. Es ging um Falschberatung eines Kunden im Zusammenhang mit dem Kauf von geschlossenen Fonds von Puerto Rico.

Nun wurde offenbar, dass die Finra die UBS nochmals zum Zahlen anhält. Das zeigt ein Dokument vom 8. September. Die UBS muss 750'000 US-Dollar an weitere Kläger abliefern. Vor die Finra hatten die UBS Jose A. Rivera, die Firma Desarollos Jarra SE und Jenny Robles Adorno gezerrt, die UBS-Töchter UBS Financial Services und UBS Financial Services Inc. of Puerto Rico waren die Beklagten.

Kläger wollte mehr

Ursprünglich wollten die Kläger  weit mehr. Zur Entschädigung forderten sie noch ein Bussgeld von 18 Millionen US-Dollar. Dem folgte die Finra nicht. Obwohl die Zahlung weit kleiner ausgefallen ist, als befürchtet, ist die UBS nicht zufrieden mit dem Urteil. Ein Sprecher zeigte sich gegenüber Investmentnews enttäuscht.

Der Fall Puerto Rico ist weit grösser, als die bisherigen Buss- und Vergleichsgelder nahelegen. Im letzten Konzernbericht hat die UBS Puerto Rico auf Seite 114 ein eigenes Kapitel gewidmet. Klagen in der Höhe von 1,8 Milliarden US-Dollar habe man bisher mit Zahlungen von 642 Millionen beilegen können, steht im Dokument. Die Anschuldigungen reichten von Betrug, Falschangaben bis zu Unangemessenheit der Fonds-Angebote.

Diverse Klagen sind noch hängig. Auch das US-Justizdepartement hat sich den Puerto-Rico-Deals angenommen. Man werde mit den Behörden kooperieren, schreibt die UBS im Rechenschaftsbericht.

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