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Puma: Umsatzplus bei stagnierendem Gewinn

Weltbekanntes Logo: Der Puma des gleichnamigen Sportartikel-Herstellers.
Der gute Umsatz in den Schwellenmärkten verschafft Puma einen Umsatzsprung. (Bild: Keystone)Quelle: Keystone

Puma verbuchte im dritten Quartal steigende Umsätze. der Gewinn blieb aber auf dem gleichen Niveau. Der Grund: Hohe Gummipreise und Lohnkosten.

Veröffentlicht am 25.10.2011

Der Sportartikelhersteller Puma ist im dritten Quartal weiter gewachsen und sieht sich trotz gestiegener Kosten auf Kurs für das Gesamtjahr. «Puma erzielte das fünfte Quartal in Folge eine sehr solide Umsatzentwicklung», sagte der seit Sommer amtierende Unternehmenschef Franz Koch am Dienstag in Herzogenaurach. Von Juli bis September legten die Erlöse um 7,3 Prozent auf 841,6 Millionen Euro zu. Getragen wurde das Wachstum vor allem von den Schwellenländern. Rückgänge musste das Unternehmen hingegen auf dem nordamerikanischen Markt hinnehmen, auf dem Konkurrenten wie Nike und Adidas die Nase vorn haben.

Running-Sparte legt stark zu

Überdurchschnittlich legte den Angaben zufolge die Kategorie Running zu dank neuer leichter Laufschuhe. Auch das Thema Segeln spielte eine Rolle angesichts der in Kürze startenden Regatta «Volvo Ocean Race», bei der Puma auch ein Boot im Rennen hat.

Beim Gewinn trat Puma auf der Stelle. Wegen höherer Beschaffungskosten und Investitionen in neue Produkte und Marketing blieb der Überschuss im dritten Quartal mit 81,7 Millionen Euro nur stabil. Analysten hatten dies bereits erwartet. Die im MDax notiert Aktie konnte ihre frühen Gewinne nicht halten und rutschte bis zum Mittag um 1,72 Prozent auf 231,70 Euro ab.

Höhere Preise für Gummi oder Polyester und vor allem die gestiegenen Löhne in Ländern wie China machen die Beschaffung für Puma teurer. Das Unternehmen hat laut Koch bereits begonnen, Teile der Produktion deswegen in andere Länder wie Bangladesh, Indien oder auch auf den afrikanischen Kontinent zu verlagern. Um den Kostendruck abzufangen, hat Puma im zurückliegenden Quartal einzelne Produkte um bis zu 10 Prozent teurer gemacht. «Dass wir unsere Marge im dritten Quartal haben stabil halten können, verdanken wir aber vor allem den Preiserhöhungen», erklärte Koch.

Umsatz geht in den USA zurück

Ein Wermutstropfen für Puma war die Geschäftsentwicklung in Nordamerika. Nachdem der Hersteller im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres noch ein Umsatzplus von währungsbereinigt 25 Prozent erzielen konnte, gingen die Erlöse im dritten Quartal dieses Jahres im einstelligen Bereich zurück. Neben der hohen Vorjahresbasis spielte aber auch eine Rolle, dass die leichten Laufschuhe, die laut Koch in allen anderen Regionen der Welt gut nachgefragt wurden, beim US-Konsumenten auf geringe Resonanz stiessen. Die USA sind der wichtigste Markt für die Sportartikelhersteller und entsprechend hart umkämpft. Heimvorteil hat hier der US-Konzern Nike. Aber auch Adidas hat aufgerüstet, um zusammen mit der Tochter Reebok dem Unternehmen aus Oregon die Marktführerschaft streitig zu machen.

Für das Gesamtjahr peilt Puma weiterhin einen Rekordumsatz von drei Milliarden Euro an. Der Gewinn soll um etwa 5 Prozent zulegen. Eine Prognose für das kommende Jahr, in dem grosse Sportereignisse wie die Fussball-Europameisterschaft oder die Olympischen Spiele anstehen, wollte Koch noch nicht geben.

Puma wird vom französischen Luxusgüterkonzern Pinault-Printemps-Redoute (PPR) kontrolliert. Vor fast genau einem Jahr hatte der damals noch amtierende Puma-Chef Jochen Zeitz eine Strategie vorgestellt, wonach der Umsatz bis zum Jahr 2015 auf 4 Milliarden Euro steigen soll. Dies soll unter anderem durch Übernahmen erfolgen, von denen laut Koch in nächster Zeit aber keine im grösseren Stil geplant seien. Puma sei derzeit noch dabei die 2010 erfolgte Übernahme der Golfmarke Cobra zu verdauen, sagte er. Zuletzt hatte Puma im Frühjahr dieses Jahres seinen Linzenzpartner Dobotex übernommen, der Socken und Wäsche für die Herzogenauracher produziert.

(kgh/laf/awp)

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