Nachdem Quadrant Ende August ins Visier der Private-Equity-Firmen BC Partners und Cheyne Special Solutions Fund gekommen ist und den Interessenten die Einsicht in die Bücher verweigert hat, ist es ruhig geworden um eine mögliche Übernahme des Spezialkunststoffherstellers mit Sitz in Lenzburg. Einzig der Aktienkurs des Unternehmens reagierte mit einem Höhenflug in Anbetracht des möglichen Kaufpreises zwischen 300 und 330 Fr. Seit dem Zwischenhoch von 230 Fr. zeigte die Richtung allerdings kontinuierlich nach unten und notiert heute mit rund 186 Fr. über 23% unter dem damaligen Kurs.
Ist damit für Quadrant das Schlimmste bereits überstanden? «Wir haben seither nichts mehr von den beiden Firmen gehört und wissen deshalb nicht, was sie weiter planen», erklärt Verwaltungsratspräsident Adrian Niggli. Auf einen allfälligen Übernahmekampf ist das Unternehmen jedoch vorbereitet und könnte innerhalb von wenigen Tagen reagieren. «Poison Pills oder der Verkauf von einzelnen Sparten stehen dabei aber nicht zur Diskussion», ergänzt Niggli und betont, dass nichts eingeleitet würde, was der Aktie und somit den Aktionären einen Schaden zufügen könnte.
Bedenken gegenüber einer allfälligen Übernahme hat der Quadrant-Verwaltungsratspräsident aufgrund der hohen Fremdmittel, mit denen Private-Equity-Firmen ein Going Private üblicherweise finanzieren, und der anschliessenden Aushöhlung der Gesellschaft. «Heute verfügen wir wieder über eine Schuldenkapazität von rund 200 Mio Fr., mit denen wir unseren Wachstumskurs wie in der Vergangenheit mit Akquisitionen fortsetzen wollen», so Niggli. Bei einem Verkauf des Unternehmens sieht er diesen Spielraum und die damit verbundene Wachstumsstrategie gefährdet.

*Unruhe an Finanzmärkten hilft*
Andererseits besteht auch die Möglichkeit, dass ein Übernahmeangebot gar nicht zustande kommt und somit sämtliche Abwehrmassnahmen hinfällig werden. Sollten nämlich die Private-Equity-Gesellschaften für den möglichen Quadrant-Kauf auf Fremdmittel von Banken angewiesen sein, besteht für den Spezialkunststoffhersteller die Hoffnung, dass durch die aktuellen Unruhen an den Finanzmärkten die Kredite nicht mehr grosszügig gewährt werden und es deshalb zu keiner Übernahmeofferte kommt.
Bedeckt gibt sich die Interessenten-Seite. «Wir äussern uns grundsätzlich nicht zu möglichen Transaktionen und ihren Einzelheiten», sagt Reto Kreienbühl von BC Partners.
Wie auch immer die nächsten Schritte der beiden Parteien ausfallen: Angesichts der tiefen Bewertung der Quadrant-Aktien und der attraktiven Cashflows, welche die Firma generiert, dürfte der Spezialkunststoffhersteller auch zukünftig im Fokus von Private-Equity-Gesellschaften bleiben.