Was heisst Qualität? Wer ein neues Möbel oder eine neue Küche kauft, setzt als Qualitätsmassstab sicherlich den Gebrauchsnutzen an die oberste Stelle: Ein Küchenmöbel, das bei Dampf und Feuchtigkeit anfängt aufzuquellen, hat seinen Zweck klar verfehlt. Doch nicht alles ist so eindeutig. Wie beim Kochen kommt es auch bei einem Möbel auf die Zutaten und auf die Zubereitung an, erweist sich Bekömmlichkeit erst mit und nach dem Genuss, sprich langfristig. Ein Küchenmöbel besteht aus verschiedensten Bestandteilen, die in ihrer Summe ­ inklusive Design und Verarbeitung ­ den Qualitätsbegriff ausmachen. Was im Einzelnen dazu gehört, wird zum Beispiel mit dem RAL-Gütezeichen für Möbel definiert (RAL-GZ 430). Die Standards umfassen dabei auch Gesundheits- und Umweltfaktoren.

Qualität erkennen

Qualität zu beurteilen ist schwer, und meist lässt man sich subjektiv leiten: Was gut aussieht und ansprechend präsentiert wird, ist mit höchster Wahrscheinlichkeit okay. Sicher geht, wer sich auf die Ergebnisse von unabhängig prüfenden Instituten wie der Empa (Eidgenössische Materialprüfungsanstalt) in der Schweiz oder dem RAL (Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V.) in Deutschland abstützen kann. Hier werden Möbel in kürzester Zeit den Belastungen eines ganzen Möbellebens ausgesetzt, werden Prüfverfahren und Grenzwerte festgelegt und Standards definiert, die nachvollziehbar sind und Vergleiche erlauben. Standards, die selbstverständlich laufend dem technischen Fortschritt angepasst und weiterentwickelt werden. Das «Goldene M» ­ äusseres Erkennungszeichen für Möbel nach RAL-GZ 430 ­ hilft teure Fehlkäufe vermeiden. Im Internet (www.dgm-moebel.de) und in einer informativen Broschüre (Ratgeber Möbelkauf), lässt sich nachlesen, woran man die Qualität, beispielsweise einer Küche, erkennt:

- Die Einlegeböden sind auf allen sechs Flächen beschichtet, nicht nur an den sichtbaren.

- Die Einlegeböden sollten einem Gewicht von 50 kg/m2 standhalten.

. Hat die Küche viele Kombinationsmöglichkeiten (Systemküche) und ist sie ausbaufähig?

. Sind genügend Innenausstattungen und Funktionen (zum Beispiel Vollauszüge, Handtuchhalter, Mülltrennsysteme) vorhanden?

. Gibt es Tests und nachprüfbare Ergebnisse? Das RAL-Gütezeichen für Möbel ist eine Orientierungshilfe für geprüfte Qualität.

Hersteller können der Gütegemeinschaft beitreten und ihre Erzeugnisse im Möbelprüflabor untersuchen lassen. Europaweit gibt es erst sieben Markenhersteller im Küchenbereich, die das Zeichen vorweisen können ­ ausschliesslich Hersteller im oberen Marktsegment. In der Schweiz wurde das Gütezeichen «Goldenes M» vor kurzem der Sanitas Troesch AG, Bern, für die Küchenmodelle der Programmlinien «Home» und «Living» verliehen ­ Programme, die in erster Linie für den Wohnungsbau im günstigen und mittleren Preisbereich prädestiniert sind. Ein gutes Zeichen für private Bauherren und Investoren, nicht zuletzt, weil sie sich dabei auch auf Humanqualität verlassen können.

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Gesundes Wohnen

Gesundes Wohnen liegt im Trend, Tendenz steigend. Doch was ist damit gemeint? Das Raum- und Wohnklima hängt von vielen Kriterien ab. Von zentraler Bedeutung sind jedoch die eingesetzten Baustoffe und Materialien. So helfen natürliche Putze an den Wänden die Luftfeuchtigkeit zu regulieren, Parkett am Boden ist gut gegen Hausstaub, und formaldehydfreie Möbel gehören längst zur Norm: Kaum jemand erinnert sich noch an die Spanplatten-Diskussion vor Jahrzehnten. Dass Möbel frei von Schadstoffen sind, setzt man heute nicht zuletzt mit Blick auf die laufenden technischen Verbesserungen sowie die verschärften gesetzlichen Bestimmungen stillschweigend voraus.

Doch wer oder was gewährt Sicherheit? Die Deutsche Gemeinschaft Möbel e.V. (DGM) hat auch in diesem Bereich mit dem «Goldenen M» ein Zeichen gesetzt. Möbel, die dieses Zeichen tragen, werden in unabhängigen Prüflabors von Chemikern und Technikern nach den aktuellsten Kriterien geprüft. So wird aufgrund der zunehmenden Bedeutung von Umwelt und Gesundheit bei den Tests seit längerem das Augenmerk auf Stoffe gelenkt, die entweder in der Produktion oder aus dem fertigen Möbel entweichen. In einer genau definierten Versuchsanordnung werden alle giftigen Stoffe gesucht, die das neue Möbel nach der Produktion ausdünstet. Die Produktion wird vor Ort überwacht: Die Möbelhersteller müssen garantieren, dass Ressourcen geschont werden ­ vom verwendeten Holz bis zum Strom. Es dürfen keine Materialien eingesetzt werden, die das Möbel zum Entsorgungsproblem machen, umweltfreundliche Verpackung und umweltschonender Transport gehören ebenfalls dazu. Umfangreiche Ratgeber helfen dem Verbraucher, sich zu orientieren. Die Qualitätsstandards sind somit einerseits eine Messlatte für die Hersteller, andererseits eine wichtige Entscheidungshilfe für den Käufer.

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