Die Modellreihe Accord nahm seit ihrem Start 1981 immer eine Schlüsselrolle im breiten Honda-Programm ein, wurden doch bis heute 16 Mio dieser Fahrzeuge gebaut. Die Japaner sahen sich – und sehen sich auch in Zukunft – zudem als direkte Konkurrenten der deutschen Premiummarken in der Mittelklasse, zumal Honda der Ruf vorauseilt, «asiatischer Seelenverwandter» von BMW zu sein. Das bedeutet: Hondas Fahrzeuge zeichnen sich nicht nur durch hohe Fertigungsqualität aus, sie stehen auch technisch auf hohem Niveau und verfügen über sportliche Eigenschaften. Was Letzteres betrifft, wenigstens bis anhin, was bisher Niederschlag fand im Gewinn des WM-Titels in der Formel 1 und weiteren Tagessiegen in der automobilen Königsklasse oder auf US-Rennstrecken.

Umweltschutz statt Rennsport

Gegenwärtig allerdings fährt Honda im Rennsport der Konkurrenz hinterher. Um dieses Manko wett zu machen, so hat es den Anschein, bemühen sich die Japaner, auf dem Gebiet sparsamer Fahrzeuge und im Sicherheitsbereich zu punkten. Doch die Marke will auf allen Gebieten aktiv bleiben, auch im Sportbereich, wie Konzernchef Takeo Fukui anlässlich der Weltpremiere des neuen Accord am Autosalon in Genf erklärte. Nur: Für den neuen Accord, in der Schweiz lieferbar seit ein paar Tagen als Limousine sowie als Kombi (Tourer), stehen diesmal Attribute wie ausserordentliches Qualitätsniveau und modernste Sicherheitselemente im Vordergrund.

Genügend Leistung soll zwar auch vorhanden sein, doch absolute Spitzenwerte, wie sie von Audi, BMW und Mercedes nach wie vor betont werden, stehen eben nicht auf dem ersten Platz der Anforderungen an ein aktuelles Top-Auto. Spitzenwerte in Bezug auf Leistung sind kommenden Honda-Modellen vorbehalten – wenn sie sich denn auch zu einem späteren Zeitpunkt überhaupt politisch verantworten lassen.

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Für den Antrieb im neuen Accord sorgen in der Schweiz vorerst drei Vierzylinder-Motoren, alle bereits auf die neuen Abgasnormen Euro 5 ausgelegt (zwei Benziner, 156 und 201 PS stark, sowie ein Diesel, 150 PS stark). Die 201 PS der Top-Variante machen auf den ersten Blick einen potenten Eindruck, doch der Benziner ist alles andere als ein Vollblutsportler; bei einem Leergewicht des Wagens von immerhin 1,5 t ist dies auch auch kein Wunder. Wer den Vierzylinder auf Trab halten will, der muss fleissig mit dem manuellen 6-Ganggetriebe arbeiten (5-Stufen-Automatik für Benziner als Option).

Vor allem Dieselmotor überzeugt

Kraftvoller gibt sich der Diesel, was auf sein beachtliches Drehmoment von 350 Nm zurückzuführen ist. Der Selbstzünder mit einem Verbrauch von 5,6 l/100 km (Werksangabe) kommt zudem mit 148 g/km nahe an die ab 2012 von der EU geforderte CO2-Norm von 120 g/km heran.

Für die achte Generation des Accord sind verschiedene neue Sicherheitselemente vorgesehen, die vorerst allerdings nur als Optionen erhältlich sind. Es handelt sich dabei erstens um ein System, das dafür sorgt, dass der Wagen die Fahrspur hält (Spurhalteassistent) und nicht plötzlich auf die Gegenfahrbahn gerät. Eine Kamera orientiert sich dabei an den Fahrbahnmarkierungen. Verlässt das Auto die Spur, ohne dass der Fahrer den Blinker betätigt, gibt das System ein Warnsignal ab.

Ferner kann der Accord zweitens mit einem Abstandsregler ausgerüstet werden. Sein Kernstück ist ein im Millimeterwellenbereich arbeitendes Radargerät. Es sorgt im Zusammenspiel mit einem Temporegler dafür, dass der eingegebene Abstand zum vorausfahrenden Auto eingehalten wird.

Und als dritte, neue Sicherheitskomponente ist ein System lieferbar, dass entweder eine Kollision verhindern oder im schlimmsten Fall die Aufprallgeschwindigkeit reduzieren soll. Es ist mit dem Abstandsregler gekoppelt. Wenn seine Sensoren einen Aufprall für möglich halten, das heisst, wenn der Abstand zum vorausfahrenden Wagen unter das programmierte Limit fällt, beispielsweise wegen einer Vollbremsung des vorausfahrenden Wagens, reduziert das System die Geschwindigkeit automatisch und strafft vorsorglich die Sicherheitsgurte.

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Diese elektronischen Hilfen ergänzen die zur Serienausstattung gehörende Sicherheitsausrüstung, bestehend aus ABS, Airbags, Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer vorne.

Der neue Accord selbst, mit all seinen hochmodernen technischen Hilfsmitteln, präsentiert sich sowohl als Limousine als auch als Tourer in einem ansprechenden und auffallenden Design. Ein fünfeckiger, leicht ins ovale gezogene Kühlergrill dominiert die Front, Kanten und grosse Fensterflächen Karosserie und Fahrgastzelle. Die Designer haben damit ins Schwarze getroffen, der neue Honda Accord hat den begehrten «Red Dot Design Award» gewonnen.