Die von der Gewerkschaft Unia scharf kritisierte Bündner Gerüstbau-Firma Tscharner in Domat/Ems hat sieben Angestellte entlassen. Laut der Unia handelt es sich um Rachekündigungen.

Die betroffenen Beschäftigten seien Mitarbeitende, die sich gegen den «Lohnbschiss» durch falsche Zeitabrechnungen zur Wehr gesetzt hätten, teilte die Gewerkschaft am Dienstag mit. Sie veranstaltete am frühen Dienstagmorgen am Firmensitz des Gerüstbauers in Domat/Ems eine Solidaritätsaktion für die Entlassenen.

Unia fordert Wiedereinstellung

Die sieben Entlassungen sind laut Unia missbräuchlich. Die Gewerkschaft fordert die Wiedereinstellung der Betroffenen. Nach Angaben des Anwalts des Gerüstbauers liegt der Grund für die Entlassungen darin, dass das Vertrauen zwischen Mitarbeitenden und Arbeitgeber «in den Grundfesten zerstört» wurde.

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Die Unia erhob bereits Anfang April schwere Vorwürfe gegen die Firma. Das Unternehmen soll Beschäftigte in den letzten Jahren um insgesamt mehrere Millionen Franken Lohn betrogen haben.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Der Gewerkschaft zufolge geht es um unbezahlte Arbeitsstunden, falsche Abrechnungen, Manipulationen bei der Zeiterfassung sowie Schwarzzahlungen. Der hauptsächliche Betrug finde bei der Studenerfassung statt.

Gegen die Firma läuft eine Strafuntersuchung. Es werde untersucht wegen Verdachts auf Urkundenfälschung und Widerhandlung gegen das Arbeitsgesetz, hiess es bei der Bündner Staatsanwaltschaft auf Anfrage.

(sda/ise/ama)