In der Schweiz wird zwar viel Radio gehört, aber weniger als auch schon: In der Deutsch- und Westschweiz sind im zweiten Semester 2015 die Reichweiten gesunken. Im Tessin blieb die Zahl der Hörerinnen und Hörer fast stabil. Bei den Privaten muss Radio 24 muss seine Führungsposition abgeben.

In der Deutschschweiz schalten fast neun von zehn Personen täglich ihr Radio ein – genau sind es 87,1 Prozent. In der Romandie sind es etwas mehr als 8 von 10 Personen oder 83,1 Prozent. Im Tessin blieb der Höreranteil bei 88,7 Prozent recht konstant, wie Mediapulse am Dienstag mitteilte.

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SRG-Sender verlieren Marktanteile

In allen drei Sprachgebieten sanken im zweiten Semester 2015 im Vergleich zum ersten Halbjahr schweizweit sowohl die Reichweite als auch der Marktanteil der SRG-Sender. Allerdings dominieren sie nach wie vor deutlich: In der Deutschschweiz haben sie einen Marktanteil von 64,5 Prozent, in der Romandie 66,1 und im Tessin 76,9 Prozent.

Dafür konnten die privaten Radios etwas zulegen: In der Deutschschweiz stieg ihr Marktanteil um ein knappes Prozent auf 31 Prozent und in der Westschweiz ebenfalls um ein knappes Prozent auf 24,4 Prozent. Im Tessin verloren die SRG zugunsten privater Sender und ausländischen Radios 1,3 Prozent Marktanteile.

Radio 24 wird überholt

Ein kleines Erdbeben zeigen die Zahlen von Mediapulse bei den Privatradios: In der Deutschschweiz ist neu Radio Energy Zürich das meistgehörte Privatradio. Es löst damit seinen Konkurrenten, Radio 24, «von seiner jahrzehntelangen Führungsposition ab», wie Mediapulse schreibt.

Allerdings ist der gemessene Unterschied in der Reichweite statistisch nicht signifikant. Gemäss Mediapulse verbleibt Radio 24 im grossräumigen Konzessionsgebiet Zürich-Glarus weiterhin signifikant vor Radio Energy Zürich. Einzig im Konzessionsgebiet Zürich verzeichnet Radio 24 einen minimalen Vorsprung.

Erfreuter Energy-Chef

Energy-Chef Dani Büchi zeigt sich in einem Online-Interview mit dem Branchenmagazin «Persönlich.com» hocherfreut über die Krönung seines Senders. «Wir feiern und zwar richtig. So wie es sich für einen solch historischen Erfolg gehört», sagt er. Es sei eine grosse Leistung, mit einem viel kleineren Sendegebiet Radio 24 vom Sockel zu stossen.

«Es ist die Belohnung für jahrelange harte und konsequente Arbeit. Aber wir werden nun nicht täglich darüber reden und müssen es auch unseren Hörern nicht täglich sagen», sagt Büchi in Anspielung auf den Radio-24-Slogan.

Zwei Mal jährlich veröffentlicht

Mediapulse misst im Auftrag des Bundes die offiziellen Kennwerte zur Radio- und Fernsehnutzung. Seit 2013 werden auch Radioprogramme erfasst, die übers Internet gehört werden. Seit einem Jahr werden auch die synchrone Ausstrahlung identischer Audiosignale über mehrere Radiostationen zusätzlich plausibilisiert und den einzelnen Programmen korrekt zugewiesen.

Die Zahlen werden zwei Mal jährlich veröffentlicht.

(sda/ise/ama)