1. Home
  2. Unternehmen
  3. Radioshack-Pleite lässt Schweizer Elektrohandel kalt

Markt
Radioshack-Pleite lässt Schweizer Elektrohandel kalt

Konsumgüter: Hart umkämpfter Markt im Elektronikgeschäft.  Keystone

Die bekannte amerikanische Elektronikkette kämpft ums Überleben. Führt der harte Wettbewerb auch in der Schweiz zu einer weiteren Konsolidierung des Marktes?

Von Lukas Rohner
am 19.01.2015

Bei der US-Elektronikkette Radioshack sind die Geschäftszahlen schon länger rot. Nun droht der Untergang. Bereits im kommenden Monat soll das Traditionsunternehmen Insolvenz anmelden, schreibt das «Wall Street Journal». Ein Schock für die Aktionäre: Nach der Veröffentlichung des Berichts rauschten die Aktien um fast 60 Prozent in den Keller. Radioshack scheiterte am Versuch, weitere Kundensegmente zu erschliessen. Bestehende Kunden zogen ab und die Umstrukturierung entpuppt sich als Fehlschlag.

Droht hierzulande ein ähnliches Desaster? In der Schweiz ist der hart umkämpfte Markt bereits konsolidiert. Bei den Konsumelektronik-Discountern teilen Coop (Fust, Interdiscount), Migros (Melectronics) und die deutsche Media-Saturn-Holding (Mediamarkt) die grössten Anteile unter sich auf. Es gibt nur noch wenige kleine, unabhängige Anbieter. Durch diese hohe Konsolidierung hat der Schweizer Konsumelektronikmarkt eine andere Ausgangslage.

Internet überrascht nicht mehr

«Die gesamte Ladenfläche ist in der Schweiz gleich geblieben», sagt Luca Giuriato, beim Marktforschungsunternehmen GFK zuständig für den Elektronikmarkt. Aus diesem Grund sind die Änderungen im Markt zunehmend dem Technologiewandel zuzuschreiben. Als Beispiel führt Giuriato die weggefallenen CD-Verkaufsflächen auf. «Gleichzeitig nimmt die Bildschirmdiagonale von TV-Geräten zu und erhält mehr Platz in der Offenpräsentation», sagt Giuriato.

«Das Internet hat sich im Markt etabliert und stellt keine ‹Überraschung› mehr dar», kommentiert Giuriato die vergangene Marktentwicklung. Marktbeobachtungen vom Marktforschungsunternehmen haben gezeigt, dass die Discounter in ganz Europa auf die Internetkonkurrenz reagieren und die Durchschnittspreise herabgesetzt haben. «Mit vergleichbaren Lohn- und Infrastrukturkosten können sich die Discounter nicht mehr von der Konkurrenz abheben», gibt Giuriato zu bedenken.

Elektronikgeräte dürften günstiger werden

Neben den üblichen Änderungen im Sortiment erwartet der Experte bei den Elektronikdiscountern keine einschneidende Änderungen. Für Schweizer Konsumenten könnte dies jedoch anders sein. Denn viele Elektronikprodukte werden importiert. «Alle importierten Produkte und Dienstleistungen – direkt besonders Ferienreisen und Heizöl – werden günstiger», stellt Alexander Rathke, Ökonom bei der Zürcher Konjunkturforschungsstelle Kof, in Aussicht. Das gelte, sagt er, auch für importierte Konsumgüter wie Elektronikgeräte.

Anzeige

Hier purzeln die Preise für Schweizer Konsumenten

1|10
Diese Produkte sind in der Schweiz jetzt günstiger: Migros senkt ab Anfang Februar die Preise der Markenprodukte von Pantene, L'Oréal Studio Line, Vanish und Hipp um mindestens 10 Prozent. Schon kurz nach dem Ende des Mindestkurses hatten Migros, Coop und andere Händler ihre Preise unmittelbar um bis zu 20 Prozent gesenkt.