In der Küchenabteilung von Ikea in Dresden ist am Freitagabend ein Sprengsatz detoniert. Zwei Menschen erlitten durch die Explosion ein Knalltrauma, wie ein Polizeisprecher sagte. Sachschaden entstanden nicht.

Der Vorfall ist der neueste in einer rätselhaften Serie von Sprengstoff-Explosionen bei Ikea. Erst Ende Mai waren in Filialen in den Niederlanden, in Frankreich und in Belgien kleine Sprengkörper explodiert.

Die Polizei sucht mit einem Phantombild nach dem mutmasslichen Täter von Dresden. Eine Zeugin habe den Mann vor der Explosion des Sprengsatzes gesehen, sagte ein Polizeisprecher am Samstag.

Keine Drohungen, keine Erpressung

Der Sprengsatz ging laut einer Ikea-Sprecherin gegen 20 Uhr hoch, als das Einrichtungshaus noch voller Kunden war. Die meisten dürften davon aber gar nichts mitbekommen haben. Am Samstag öffnete das Möbelhaus wie gewohnt um 10 Uhr.

Ikea habe das Haus zusammen mit der Polizei durchsucht und «nach Rücksprache und Freigabe durch die Polizei» regulär geöffnet, sagte die Sprecherin. Das Motiv sei völlig unklar.

Es habe keine Drohungen gegeben, es liege keine Erpressung vor. Es gebe auch keinerlei Hinweis, dass es einen Zusammenhang mit den Explosionen in den anderen Ländern gebe.

Anzeige

Knallkörper in Weckern

Im belgischen Gent, im niederländischen Eindhoven sowie in Lomme bei der nordfranzösischen Stadt Lille waren Ende Mai manipulierte Wecker explodiert, die es nicht bei Ikea zu kaufen gibt.

Auch dort waren die Explosionen schwach, es handelte sich offenbar um grosse Knallkörper, die es auch im Handel zu kaufen gibt. Menschen wurden nicht verletzt, es entstand auch kein Sachschaden.

Die Polizei und Ikea fanden auch in den Nachbarländern keinerlei Hinweise zur Aufklärung der Explosionen.

(tno/sda)