1. Home
  2. Unternehmen
  3. Rätselraten um Schweizer RBS-Derivatgeschäft

Umbau
Rätselraten um Schweizer RBS-Derivatgeschäft

Royal Bank of Scotland: Die Bank muss ihre Bilanz wieder ins Lot bringen. (Bild: Bloomberg)

Die Royal Bank of Scotland sucht einen Käufer für das Geschäft mit Strukturierten Produkten. Kronfavorit ist derzeit eine Bank, die in der Schweiz in diesem Bereich mit Abwesenheit glänzt.

Von Volker Strohm
am 22.11.2013

Die mit Staatshilfe gerettete Royal Bank of Scotland (RBS) steht noch immer unter Beschuss. Sie ist derzeit daran, ihr Investmentbanking zu verkleinern. Auch auf der Verkaufsliste: das Geschäft mit Strukturierten Produkten für Privatanleger. Dadurch soll die Bilanz entlastet und verkleinert werden.

Ein Branchenmagazin meldete nun, dass BNP Paribas andere Bieter wie Morgan Stanley, die Société Générale oder eine Gruppe von ehemaligen Goldman-Sachs-Bankern ausgestochen habe. Von diesen «exklusiven Gesprächen» berichtete auch die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» – eine Einigung könnte in Bälde erzielt werden, hiess es.

Erst ABN Amro, dann RBS – und nun?

Das hat mit grösster Wahrscheinlichkeit auch Auswirkungen auf den Schweizer Markt. Die RBS hat hierzulande knapp 1400 Strukturierte Produkte an der Derivatbörse Scoach gelistet. Ganz anders die BNP Paribas: Sie ist im Bereich Public Distribution – also im Geschäft mit dem breiten Anlegerpublikum – in der Schweiz anders als in Deutschland nahezu inexistent.

Die RBS-Aktivitäten in der Schweiz gehen auf die Übernahme der niederländischen ABN Amro im Jahr 2007 zurück. Damals wurden nicht nur die Produkte, sondern auch mehr oder weniger das gesamte Derivate-Team durch die Schotten übernommen. Noch ist nichts in trockenen Tüchern, an Spekulationen will sich niemand beteiligen. «Es würde überraschen, wenn BNP Paribas – so sie denn zum Zug kommen – eine Schweiz-Offensive starten würden», sagt zumindst ein Branchenkenner hinter vorgehaltener Hand.

Anzeige