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Eigenheim-Boom
Raiffeisen 2017 mit starkem Hypowachstum

Bau eines Eigenheims in der Schweiz: Boom bei Raiffeisen

Die Bank baut ihren Marktanteil aus. Sie schloss im letzten Jahr jede vierte Neuhypothek ab und wuchs deutlich stärker als der Markt.

Von Michael Heim
am 27.02.2018

Noch im Januar gab sich Raiffeisen-Chef Patrik Gisel in der «Sonntagszeitung» geläutert. Man wolle im Hypothekarmarkt nicht mehr so Vollgas geben wie im vergangenen Jahr. Man habe das Tempo gedrosselt und sei defensiver geworden. Doch die neuen Zahlen sprechen eine andere Sprache.

Die Raiffeisen-Gruppe hat im vergangenen Jahr ihr Hypothekar-volumen um 7,2 Milliarden Franken oder 4,34 Prozent ausgebaut. Das zeigt die neuste Statistik der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Damit hat die Genossenschaft ihr Wachstum nicht etwa gebremst, sondern sogar leicht erhöht. 2016 wuchs Raiffeisen mit 4,27 Prozent.

Die Bank legte auch deutlich stärker zu als der Gesamtmarkt, der ein Plus von 2,7 Prozent aufweist. Von den schweizweit zusätzlich geschriebenen Hypotheken im Umfang von 26 Milliarden Franken fielen 28 Prozent auf die St. Galler Genossenschaftsbank, die gemäss SNB-Statistik ihren Marktanteil im Inland auf 18 Prozent erhöhen konnte.

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Quelle: SNB
Die Bankengruppen im Mehrjahresvergleich: Drei wachsen, eine schrumpft
Quelle: HZ/hec

Noch im Januar sagte Raiffeisen-Chef Patrik Gisel in einem Interview mit der «Sonntagszeitung», er habe das Tempo «gedrosselt». Raiffeisen wachse «in etwa so schnell wie der Markt». Damals erklärte ein Raiffeisen-Sprecher, damit sei bloss das Geschäft mit selbstbewohntem Eigentum gemeint gewesen. Raiffeisen habe zugleich aber das Geschäft mit vermieteten Renditeliegenschaften ausgebaut.

Raiffeisen: Im vierten Quartal mehr als doppelt so stark gewachsen wie der Markt

Die SNB-Zahlen zeigen auch: Zum Jahresende hin akzentiuerte sich das Wachstum bei Raiffeisen noch.  Im letzten Quartal wuchs das Hypovolumen um 1,3 Prozent und damit doppelt so stark wie der Markt. Die Bank wollte die neuen Zahlen auf Anfrage nicht kommentieren und verweist auf die am Freitag stattfindende Jahres-Pressekonferenz.

2017 im Vergleich: Das Hypothekarwachstum der Banken und Bankengruppen.
2017 im Vergleich: Das Hypothekarwachstum der Banken und Bankengruppen.
Quelle: HZ/hec

Am zweitstärksten expandierten 2017 die Kantonalbanken mit einem Plus von 3,9 Prozent. Die Regionalbanken dagegen legten nur um 2,5 Prozent zu, und die beiden Grossbanken schrumpften sogar leicht mit einem Minus von 0,1 Prozent.

Am bremsen: Grossbanken, ZKB und BCV

Nur wenige Banken, die ihre Jahresabschlüsse vorgelegt haben, übertreffen das Wachstum von Raiffeisen: Dabei fallen vor allem Banken mit Schwergewicht in der Nod- und Westschweiz auf wie die Genfer Kantonalbank (6,3 Prozent), Basler Kantonalbank (6,3 Prozent), Valiant (5,9 Prozent) und die Berner Kantonalbank (4,9 Prozent). Etwa gleich stark gewachsen sind die Hypothekarbank Lenzburg (4,3 Prozent) und die Migros Bank (3,7 Prozent). Zwei grosse Staatsinsitute dagegen standen 2017 deutlich auf der Bremse: Die Zürcher Kantonalbank wuchs noch mit 2,3 Prozent, die Waadtländer gar nur mit 1,5 Prozent.