Die drittgrösste Bankengruppe des Landes kauft sich bei Avaloq ein. Raiffeisen habe zehn Prozent der Aktien der Software-Gruppe gekauft, heisst es in einer Medienmitteilung. Avaloq stärke damit die Kapitalbasis für «aktuell anstehende Opportunitäten».

Avaloq und Raiffeisen arbeiten schon seit langer Zeit zusammen. Die Software-Firma unter der Führung des Spaniers Francisco Fernandez baut für die Raiffeisen-Banken eine neue Informatik. Im Januar 2015 gründeten die beiden Firmen auch eine gemeinsame Tochter: «Arizon».

Win-Win-Situation

«Die Vertiefung der erfolgreichen Partnerschaft mit Raiffeisen ist eine Win-Win-Situation für unsere beiden Unternehmen», meint der Avaloq-CEO. Avaloq könne dadurch das Wachstum weiter forcieren und gleichzeitig agil bleiben.

Für die Raiffeisen handelt es sich um eine «attraktive strategische Beteiligung», so Chef Patrik Gisel. Durch die intensive Zusammenarbeit bei Arizon wisse man um die Professionalität und die Zukunftsperspektiven des Unternehmens.

Avaloq in der Kritik

Avalog kam zuletzt stark unter Druck, Projekte verzögerten sich, Probleme bei der Bankensoftware des Informatikkonzerns führten sogar dazu, dass die Bank Julius Bär in Deutschland rote Zahlen schrieb.

Medienberichten zufolge kriselte es auch zwischen Raiffeisen und Avaloq. Konkret hiess es, die IT-Firma stünde «unter Beobachtung» beim Geldhaus. Pressesprecher Franz Würth dementierte stets, dass Feuer im Haus sei und wiederholte mantramässig, «Avaloq als Lösung wird von Raiffeisen nicht hinterfragt».

Die Probleme der ganzen Finanzbranche führten auch zu schmerzhaften Einschnitten beim Bankensoftwarehaus: 2012 führte Avaloq eine Massenentlassung durch.

(ise/chb)