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Raiffeisen mit leichtem Minus beim Gewinn

Raiffeisen
Raiffeisen: Logo am Sitz in St. Gallen.Quelle: Keystone

Die Raiffeisen-Gruppe knackt zum zweiten Mal die Marke von 400 Millionen Franken. Der Rekord aus dem Vorjahr bleibt aber unerreicht.

Veröffentlicht am 22.08.2018

Das Geschäft der Raiffeisen-Gruppe hat im ersten Halbjahr 2018 kaum unter den Turbulenzen der letzten Monate gelitten. Unter dem Strich stand zwar ein 4,1 Prozent tieferer Reingewinn von 416,3 Millionen Franken. Damit sei aber die 400-Millionen-Grenze erneut überschritten worden, betonte die Bankengruppe am Mittwoch in einer Mitteilung. Im Kerngeschäft sei trotz der Affäre Vincenz eine anhaltend positive Entwicklung verzeichnet worden.

Wichtige Geschäftskennzahlen zeigen tatsächlich nach oben: So nahmen die verwalteten Kundenvermögen gegenüber Ende 2017 um ein halbes Prozent auf 210,5 Milliarden Franken zu. Der Netto-Neugeldzufluss wurde mit 2,2 Milliarden angegeben. Und die Hypothekarausleihungen stiegen um 2,1 Prozent auf 176,3 Milliarden – und damit laut Raiffeisen über dem Marktwachstum.

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Der Geschäftsertrag stieg im Vorjahresvergleich um 0,5 Prozent auf 1,64 Milliarden. Insbesondere die Erträge aus dem wichtigen Zinsgeschäft und dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft hätten zugenommen, hiess es.

Höhere Personalkosten

Der leicht rückläufige Geschäftserfolg (-2,7% auf 517) und tiefere Reingewinn sind laut den Angaben unter anderem eine Folge von leicht höheren Personalkosten sowie von gestiegenen Wertberichtigungen auf Beteiligungen sowie Abschreibungen.

Die Halbjahreszahlen im Vergleich:

  • Gruppengewinn
    H1 2018: 416 Mio Franken
    H1 2017: 434 Mio Franken
    H1 2016: 367 Mio Franken
    H1 2015: 395 Mio Franken
     
  • Geschäftsertrag
    H1 2018: 1'636 Mio Franken
    H1 2017: 1'629 Mio Franken
    H1 2016: 1'522 Mio Franken
    H1 2015: 1'500 Mio Franken
     
  • Geschäftsaufwand
    H1 2018: 1'000 Mio Franken
    H1 2017: 1'007 Mio Franken
    H1 2016: 962 Mio Franken
    H1 2015: 913 Mio Franken
     
  • Markanteil im Hypothekargeschäft
    H1 2018: 17,6%
    H1 2017: 17,5%
    H1 2016: 17,1%
    H1 2015: 16,9%
     
  • Verwaltete Vermögen
    H1 2018: 210'539 Mio Franken
    H1 2017: 209'592 Mio Franken
    H1 2016: 211'708 Mio Franken
    H1 2015: 208'856 Mio Franken
     
  • Anzahl Mitarbeitende
    H1 2018: 11'096 (9387 Stellenprozent)
    H1 2017: 11'158 (9411 Stellenprozent)
    H1 2016: 11'053 (9315 Stellenprozent)
    H1 2015: 11'046 (9286 Stellenprozent)
     
  • Anzahl Standorte
    H1 2018: 896
    H1 2017: 912
    H1 2016: 977
    H1 2015: 994

Keine Neuigkeiten gab es zur personellen Erneuerung der Bank. Es wurde kein Kandidat für das Verwaltungsratspräsidium genannt und auch kein neuer Konzernchef vorgestellt. Die Suche nach einem neuen Firmenchef laufe «mit Hochdruck», hiess es lediglich.

Bekanntlich hatte Konzernchef Patrik Gisel im Juli seinen Rücktritt auf Ende Jahr angekündigt. Ende Juli hatte zudem Interimspräsident Pascal Gantenbein seinen Verzicht auf das Verwaltungsratspräsidium angekündigt; er will aber Mitglied des Gremiums bleiben.

Seit Monaten in den Schlagzeilen

Die Raiffeisen-Gruppe ist seit Monaten wegen der Affäre um den früheren Chef Pierin Vincenz in den Schlagzeilen. Die Zürcher Oberstaatsanwaltschaft ermittelt gegen Vincenz wegen möglicher ungetreuer Geschäftsbesorgung.

Der Banker, der 17 Jahre an der Spitze von Raiffeisen war, soll bei Firmenübernahmen der Kreditkartengesellschaft Aduno und der Investmentgesellschaft Investnet ein Doppelspiel gespielt und persönlich abkassiert haben. Er sass deswegen während rund 15 Wochen in Untersuchungshaft.

Notenstein-Verkauf: Abbau von 50 Jobs bei Raiffeisen und IT-Firma 

Nach dem Verkauf der Privatbank Notenstein durch Raiffeisen an Vontobel gehen weitere 50 Stellen verloren. Diese werden bei der Raiffeisen Schweiz und bei der IT-Firma Arizon abgebaut, wie der Schweizerische Bankpersonalverband SBPV am Mittwoch in einem Communiqué bekannt gab.

(sda/ise/mbü)