Die Raiffeisenbanken sind jene Bankengruppe mit dem stärksten Hypothekarwachstum im vergangenen Jahr. Das zeigt eine Auswertung der Statistik der Schweizerischen Nationalbank durch die «Handelszeitung». Per Ende November – nach elf Monaten – lag der Wert der inländischen Hypothekarkredite bei der Genossenschaftsbank 4,0 Prozent über dem Stand Ende 2016.

Grossbanken stehen auf der Bremse

Raiffeisen ist demnach deutlich stärker gewachsen als der Gesamtmarkt, der ein Wachstum von 2,7 Prozent ausweist. Auf dem zweiten Rang liegen die Kantonalbanken mit 3,7 Prozent. Dahinter folgen die Regional- und Sparkasse mit 2,4 Prozent und die Grossbanken mit lediglich 0,2 Prozent.

Auf 12 Monate hoch gerechnet beträgt das jährliche Wachstum vom Raiffeisen im vergangenen Jahr 4,3 Prozent. Das wäre nur unwesentlich weniger als die im Vorjahr ausgewiesenen 4,4 Prozent. Vor kurzem hatte Raiffeisen-Chef Patrik Gisel in einem Interview mit der «Sonntags-Zeitung» gesagt, Raiffeisen habe das Tempo gedrosselt und wachse nur noch «so schnell wie der Markt».

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Wachstum bei Renditeliegenschaften

Raiffeisen bestätigt die Zahlen. Die Aussagen bezüglich des Hypo-Wachstums seien mit Blick auf das selbstgenutzte Wohneigentum gemeint gewesen, sagt ein Sprecher. Stark gewachsen sei die Bank jedoch im Markt mit vermieteten Renditeliegenschaften. Dort habe sich das Wachstum im vierten Quartal 2017 beschleunigt, und Raiffeisen werde einen Marktanteilsgewinn verzeichnen.

Erst vergangene Woche hatte die Grossbank UBS vor Preiskorrekturen im Markt mit Renditeliegenschaften gewarnt. Der Leerstand sei so hoch wie seit 1998 nicht mehr, schreibt die Bank in ihrem Real Estate Focus 2018.

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