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Zukünftig
Raiffeisen plant Filialnetz deutlich zu straffen

Patrik Gisel: Will auch mit weniger Geschäftsstellen stark bleiben.  Keystone

Raiffeisen soll digitaler werden. Diese Strategie wird rund 170 Filialen kosten. Festhalten will Bank-Chef Patrik Gisel an seiner Niedrigzins-Politik: Privatkunden sollen weiter verschont bleiben.

Veröffentlicht am 10.12.2016

Die Raiffeisen Gruppe will die Zahl ihrer rund 970 Bankstellen in den nächsten fünf bis zehn Jahren auf ungefähr 800 reduzieren. Dies kündigte Raiffeisen-Chef Patrik Gisel an. Negativzinsen erteilte er eine Absage.

Die Gruppe werde in fünf Jahren nicht von Grund auf anders aussehen, sagte Gisel in einem Interview der «Neuen Zürcher Zeitung» (NZZ) vom Samstag. «Wir werden in unserem Kerngeschäft weiterhin sehr stark sein, allerdings mit weniger Geschäftsstellen als heute», sagte er weiter. 

Die Transaktionen würden fast vollständig digital abgewickelt, sagte er weiter zur Frage, wo die Bank in fünf Jahren stehen werde. In den Raiffeisenbanken würden sich die Mitarbeitenden in erster Linie der Beratung widmen, was auch heisse, dass die Bargeldversorgung vielerorts nur noch über den Bancomat stattfinden werde. Der Digitalisierungsgrad werde zunehmen.

Mehr Effizienz

Zur Entwicklung bei der von Raiffeisen übernommenen Privatbank Notenstein La Roche sagte er, mit Notenstein sei man noch nicht so erfolgreich, wie sie sich das vorgestellt hätten.

Die Kosten seien zwar radikal reduziert worden und das Angebot werde auf gewisse Mandatsarten beschränkt. «Wir müssen aber weiter an einer zukunftsorientierten Struktur feilen. Das heisst beispielsweise, dass wir die digitalen Kanäle ausbauen werden und noch mehr Effizienzgewinne innerhalb der Raiffeisen-Gruppe anstreben», sagte Gisel weiter. 

Notenstein muss sich steigern

Ziel sei es, rund 10 Prozent der Gruppenerträge über die Privatbank zu erreichen: Dafür müsse Notenstein LA Roche aber weiter entwickelt werden. Sie solle vor allem auch für Raiffeisen-Kunden da sein, die im Lauf ihres Lebens komplexere Anlagebedürfnisse entwickelten. Unabhängig vom Erfolg von Notenstein sei und bleibe das Retailbanking ein Kerngeschäft von Raiffeisen.

Der Raiffeisen-Chef erteilte im weiteren Negativzinsen eine Absage. «Bevor wir auch nur daran denken, Negativzinsen für Privatkunden einzuführen, werden wir nach Kompensationsmöglichkeiten suchen», sagte Gisel. «Die Kunden von Raiffeisen würden Negativzinsen nicht verstehen.»

(sda/jfr)

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