Die Schweizer Berghilfe geht neue Wege: Das Hilfswerk will mit der Marketingorganisation Schweiz Tourismus zusammenarbeiten, um touristische Initiativen in peripheren Berggebieten wirkungsvoller unterstützen zu können. «Die Verantwortlichen in den peripheren Berggebieten sollen mit Hilfe des Projekts Enjoy Switzerland von Schweiz Tourismus befähigt werden, kultur- und naturnahe Angebote zu entwickeln und damit Authentisches in Wert umzusetzen», sagt Kurt Zgraggen, Leiter Mitteleinsatz bei der Schweizer Berghilfe. Beispiele der bisherigen Tourismusförderung sind Objekte wie das Gast- und Kulturhaus Piz Tschütta in Vnà GR, die Wasserwelten Göschenen UR oder die Ferme du Bourgoz FR. Denn Tourismus ist ein Standbein der Berggebiete, das mit den Spendengeldern der Berghilfe gefördert wird: «Wir wollen, dass die Bergbewohner in einem langfris-tig gesicherten wirtschaftlichen, natürlichen und sozialen Um- feld leben können. In ihrer Heimat sollen sie auch ihre Zukunft finden», so die Vision des Hilfswerks wie sie auf dessen Internetseite steht.

Qualität soll besser werden

Mit Schweiz Tourismus und dem Forschungsinstitut für Freizeit und Tourismus an der Universität Bern (FIF) sollen nun Bergbewohner in Tourismusfragen geschult werden. «Es soll Know-how weitergegeben werden», sagt Hansruedi Müller, Tourismusprofessor an der Universität Bern.

Schweiz Tourismus bekommt 2008 bis 2011 vom Bund ein Budget von 191 Mio Fr. zur Verfügung gestellt, für das Qualitätsprogramm Enjoy Switzerland investiert Schweiz Tourismus gegen 700000 Fr. pro Jahr. In diesem Rahmen unterstützt die Marketingorganisation in Zusammenarbeit mit der Berghilfe erstmals ländliche Gegenden und nicht nur touristische Zentren.

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In früheren Phasen des Programms Enjoy Switzerland waren Scuol, Lenzerheide im Kanton Graubünden und Zermatt im Wallis dabei, aktuell sind es Lenk im Berner Oberland, Leukerbad im Wallis oder Genf. «Auch in ländlichen Randregionen sollen die Entwicklung von marktgerechten, touristischen Produkten und die Angebots- und Erlebnisqualität für den Gast verbessert werden», sagt Roger Waber, Sprecher von Schweiz Tourismus. Zurzeit erarbeite man zusammen mit der Berghilfe und dem FIF eine Machbarkeitsstudie, wo auch der zukünftige Mitteleinsatz evaluiert werde.