1. Home
  2. Unternehmen
  3. Die Sieger des Handelszeitung-Wintersport-Ranking in der Kategorie «Die Sportlichen»

Ranking
Wo die sportlichen Skifahrer auf ihre Kosten kommen

Zermatt: Die Walliser Destinationen spricht Sportliche bestens an.Quelle: Pascal Gertschen/zvg

Wer sportlich unterwegs ist, kurvt am besten auf den Zermatter Pisten herum. Die Kür der Wintersport-Orte.

Von Claus Schweitzer
05.12.2017

Bereits zum vierten Mal hat die «Handelszeitung» die besten Orte für Winterferien in den Alpen gekürt. Und das in den Kategorien «die Sportlichen», die «die Vielseitigen» und «die Familiären». Das sind die besten Orte für Sportliche.

Ein Tag im Skigebiet Zermatt kann so aussehen: Erste Schwünge auf der italienischen Südseite vom Klein Matterhorn, im verträumten und morgens meist menschenleeren Valtournenche. Die Pisten liegen wie ein glitzernder Teppich in der Sonne – genau das Richtige, um sich einzufahren. Dann wedelt man zu den inzwischen griffig gewordenen Pisten ob Breuil-Cervinia hinüber und wärmt sich bei einem kräftigen Cappuccino im «Chalet Etoile».

Das Abend-Angebot kann überzeugen

Am späten Morgen geht es über den Theodulpass zurück auf Schweizer Boden und dort via Furi und Riffelberg zu den Hängen am Fusse des Gornergrats – am schönsten auf den Pisten des Sessellifts Riffelberg–Gifthittli. Anschliessend traversiert man ganz nach Norden aufs Rothorn und brettert von dort in ein paar Schwüngen zur «Fluhalp»-Hütte oder etwas weiter hinunter durchs Skigebiet Sunnegga zum Weiler Findeln. Hier bieten fünf Bergbeizen rustikale Klasse statt Selbstbedienungsrummel. Etwa der «Findlerhof». In der Gaststube ist alles so wie in einer Alphütte vor hundertfünfzig Jahren – niemand würde sich wundern, wenn Matterhorn-Erstbesteiger Edward Whymper mit seiner Seilschaft hereinspaziert käme.

Gegen vier Uhr nachmittags ist Schluss. Das Aufbrechen mag schwerfallen, doch am Ende der Sunnegga-Piste fängt der Spass für manchen Zermatt-Kenner erst richtig an. Die grosse Terrasse des «Cervo», von swingender Livemusik oder DJ-Sounds beschallt, ist eine der stimmigsten Adressen für Après-Ski-Genuss. Um den Winterzauber komplett zu machen, verführt Zermatt mit gemütlichen Hotels für jeden Anspruch – etwa das kleine «Coeur des Alpes» oder das hoch über dem Dorf gelegene «Riffelalp Resort».

Lässige Stimmung

Der qualitative Gesamtvergleich zeigt, dass Zermatt bereits im vierten Jahr in Folge alle anderen Alpendestinationen in den Schatten stellt – allerdings mit kleinerem Abstand zu den Wettbewerbern als zuvor. Die Region bietet auf die Schnelle einen Naturrausch inmitten atemberaubender Szenerie mit 38 Viertausendern und vermittelt wie kein anderer Ort das pure Skierlebnis. Dazu gehören 360 Kilometer makellos präparierte Pisten, die Möglichkeit ständiger Perspektivenwechsel dank talübergreifenden Verbindungen, eine unvergleichliche Hüttenkultur und konstant modernisierte Bergbahnen.

Unten im Matterhorndorf begeistert der Mix aus Walliser Authentizität und Besuchern aus aller Welt. Mangels Freizeitalternativen für Nichtskifahrer und kaum vorhandener Edelboutiquen findet eine «natürliche Auslese» der Gäste statt – diese sind überdurchschnittlich aktiv und vermitteln eine lässige und sportliche Stimmung.

Familienbetriebe dominieren

Der Existenzkampf über den Preis, den manche Bergdestinationen derzeit austragen, ist in Zermatt kein Thema. Genauso wenig in Lech Zürs oder Courchevel, den zweit- und viertplatzierten Superstars unter den sportlichen Skigebieten.

Insbesondere Lech schafft es mit alpinem Charme und Charakter, eine Aura aus den Pionierzeiten des Wintertourismus aufleben zu lassen und die «Disneyisierung» der Berge konsequenter zu verhindern als anderswo, dabei aber die Augen vor der heutigen Zeit nicht zu verschliessen. Viele Hotels haben direkten Pistenanschluss, praktisch alle sind Familienbetriebe mit dem entsprechenden Gastbewusstsein. Ausserdem leidet der Ort nicht unter der Parahotellerie, es gibt nur etwa hundert Ferien- oder Zweitwohnungen. Das leicht elitäre Profil schreckt jedoch auch Gäste ab: «Es scheint, dass uns vor allem der Schweizer Mittelstand als zu abgehoben sieht», sagt Tourismusdirektor Hermann Fercher.

Ischgl, das vom vierten auf den dritten Platz vorprescht, mag – seinem Klischee als «Ibiza des Winters» erfolgreich gerecht werdend – polarisieren, doch besticht das Tiroler Skigebiet mit klarer Ausrichtung auf ein sportliches und partyorientiertes Publikum sowie einem herausragenden Angebot in puncto Pistenvielfalt, abendlichen Entertainments und Gastronomie.

Lesen Sie hier alles über die Kategorie «Die Familiären».

Anzeige