Durchatmen bei den beiden deutschen Grossbanken: Sowohl bei der Deutschen Bank als auch bei Commerzbank hat die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) ihr Bewertungsmodell überarbeitet. Resultat: Die bisherigen Ratings wurden bestätigt. Mit anderen Worten: Die Deutsche Bank bleibt bei «A+», die Commerzbank behält ihr «A». Diese positive Nachricht ist für die beiden Institute deshalb wichtig, weil damit zumindest schrittweise Vertrauen auf dem Kapitalmarkt zurückgewonnen werden kann.

Das Ergebnis dürfte den einen oder anderen Marktbeobachter dennoch überraschen, hatte S&P beide Banken doch zuvor auf eine verschärfte Beobachtungsliste gesetzt. Immerhin: Bei beiden Instituten hat die US-Ratingagentur den Ausblick auf «negativ» belassen.

Staaten-Rating strahlt ab

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Begründet wurde die Einstufung in erster Linie mit dem beibehaltenen AAA-Rating für Deutschland. Anders sah es erst am Dienstag dieser Woche bei der französischen Konkurrenz aus: Die Abstufung der «Grande Nation» (auf «AA+») hatte auch Folgen für Société Générale, Crédit Agricole und BPCE - einzig BNP Paribas kam ungeschoren davon.

Weiteren Schub erhielt insbesondere die Commerzbank-Aktie auch dadurch, dass der deutsche Bundestag heute den Banken-Rettungsfonds SoFFin definitiv wiederbelebt hat. Diese Reaktivierung des 480 Milliarden Euro schweren Hilfsfonds ist vorerst bis Ende 2012 befristet. Banken können notfalls mit Hilfe des Staates die höheren Kapitalanforderungen im Zuge der Schuldenkrise erfüllen. Bis Ende Juni 2012 muss die Kernkapitalquote auf neun Prozent angehoben werden.

Trotzdem SoFFin-Reaktivierung ist für Commerzbank-Chef Martin Blessing eine neuerliche Staatshilfe allerdings kein Thema. Unter anderem mit einer Neubewertung der Kreditausfallrisiken soll von den benötigen 6,3 Milliarden Euro bereits 1 Milliarde in trockenen Tüchern sein. Von der Nachhaltigkeit dieser Aktion sind indes nicht alle Marktbeobachter überzeugt.

(vst)