Mit seinem Service Megaupload machte er Millionen, in Neuseeland kämpft er zur Zeit gegen seine Auslieferung in die USA. Jetzt erwägt Kim Dotcom gemäss dem Handelsblatt rechtliche Schritte gegen US-Unternehmen wie Twitter, Google und Facebook - ausgerechnet wegen Verletzung von Urheberrechten. Dotcoms Vorwurf lautet denn auch, die Internetunternehmen würden Sicherheitsmassnahmen nutzen, die er erfunden habe.

Dazu hat Dotcom jetzt im Internet ein US-Patent aus dem Jahre 2000 veröffentlicht, das ein zweistufiges Authentifizierungsverfahren beschreibt. Der Kurznachrichtendienst Twitter hat erst am Mittwoch bekannt gegeben, genau ein solches Verfahren in Zukunft zu verwenden.

Erst kürzlich hatten Hacker die Twitter-Konten der Financial Times und der Nachrichtenagentur AP geknackt. Über einen gehackten AP-Account wurde dann die Meldung verbreitet, dass US-Präsident Obama bei einem Anschlag auf das Weisse Haus verletzt worden sei - heftige Kursausschläge an den Börsen waren die Folge  davon.

Finanzielle Hilfe gesucht

Nachdem Twitter am Mittwoch sein neues Verfahren zur Authentifizierung angekündigt hatte, meldetet sich am Tag darauf Kim Dotcom  mit folgender Nachricht auf Twitter: «Google, Facebook, Twitter, Citibank etc. bieten die Zwei-Schritt-Authentifizierung an. Massive Urheberrechtsverletzung von US-Firmen. Meine Erfindung. Mein Patent.»

Laut dem Handelsblatt offerierte Dotcom den Unternehmen jedoch gegen finanzielle Hilfe auf eine Anzeige zu verzichten. «Ich rufe um Hilfe. Wir sitzen alle im selben Boot. Helft mir, meine Verteidigung zu bezahlen.» Diese würden über 50 Millionen Dollar betragen.

Dotcom wartet in Neuseeland noch auf eine Anhörung wegen seiner Auslieferung in die USA.  Dort drohen ihm bei einer Verurteilung bis zu 20 Jahre Gefängnis.

(rcv/chb)

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