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Baselworld
Raymond Weil: Blackout durch Mindestkurs-Ende

Die Genfer Uhrenmarke Raymond Weil hat die Aufgabe des Euro-Mindestkurses nach eigenen Angaben gut überstanden. Während zehn Tagen sei jedoch ein Schock-Effekt spürbar gewesen.

Veröffentlicht am 21.03.2015

Die Genfer Uhrenmarke Raymond Weil hat ein zufriedenstellendes Jahr 2014 erlebt. Dies sagte Firmenchef Elie Bernheim, der seit einem Jahr im Amt ist, am Rande der Uhren- und Schmuckmesse Baselworld im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA.

Das Familienunternehmen wolle an seiner Unabhängigkeit festhalten. Mit dem 34-jährigen Elie Bernheim hat die dritte Generation das Ruder des 1976 mitten in der Uhrenkrise von seinem Grossvater Raymond Weil gegründeten Unternehmens übernommen: «Eine grosse Herausforderung lastet auf meinen Schultern», sagte der junge Firmenchef.

US-Markt zeigt Zeichen der Erholung

Angesichts der Lage der Weltwirtschaft mit Konflikten in verschiedenen Regionen und der Verlangsamung in China habe Raymond Weil ein ganz und gar zufriedenstellendes Jahr 2014 erlebt. Die Verkäufe seien um 10 Prozent gewachsen, während die Produktion rund 200'000 Uhren erreicht habe. Gut gelaufen seien die Geschäfte in Grossbritannien, der für Raymond Weil der zweitgrösste Markt sei nach den USA.

Der amerikanische Markt zeige Zeichen der Erholung, stellte Bernheim fest. Auf der anderen Seite habe die Firma die Verlangsamung des Marktes in China zu spüren bekommen. Allerdings seien die Folgen nicht gravierend, weil China nur ein kleiner Markt für Raymond Weil sei.

Franken-Schock gut gemeistert

Die Aufgabe des Euro-Mindestkurses von 1.20 Franken durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) habe das Unternehmen gut überstanden. Während 10 Tagen nach dem 15. Januar habe es zwar eine Abstinenz bei den Bestellungen gegeben. Das sei eine Art Blackout gewesen, sagte Bernheim.

Allerdings habe sich die Lage rasch wieder erholt, nachdem ein bisschen Visibilität zurückgekommen sei. Die Firma mit einem geschätzten Umsatz von rund 200 Millionen Franken hatte in der Folge die Preise angepasst, womit sie sich dem Beispiel grosser Uhrenmarken anschloss.

Für 2015 vorsichtig optimistisch

In der Schweiz wurden die Preise um 5 Prozent gesenkt, während sie in Europa erhöht wurden. Allerdings hielt sich die Auswirkung des abrupt billiger gewordenen Euros in Grenzen, weil die Euro-Zone nur 10 bis 15 Prozent vom Umsatz der Firma ausmacht. Die Preisspanne der Uhren Raymond Weil beläuft sich auf 750 bis 3500 Franken. Das Unternehmen beschäftigt 150 Mitarbeiter.

Für das laufende Jahr 2015 zeigte sich Bernheim vorsichtig optimistisch: Der Start ins Jahr lasse erneut ein schönes Jahr erwarten.

(sda/tno)

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