Wegen Verdachts auf Betrug hat die Genfer Staatsanwaltschaft die Räumlichkeiten der Firma Publibook Premium durchsucht, die in der Schweiz Adressbuchschwindel betreibt. Das Unternehmen steht im Verdacht, hunderte von Rechnungen für Einträge in ein Berufs-Verzeichnis verschickt zu haben, obwohl die Adressaten dies gar nie wollten.

Die Rechnungen beliefen sich stets auf 1188 Franken, wie die Genfer Justizbehörden mitteilte. Sie wurden verschickt, obwohl mit den vermeintlichen Kunden gar kein Vertrag bestand. Die Justiz beschlagnahmte mehrere 10'000 Franken auf Konten des Unternehmens.

Briefkasten an der Baarerstrasse

Die Genfer Staatsanwaltschaft wurde nach einer Strafanzeige der Fédération romande des consommateurs (FRC) und mehreren Betroffenen aktiv. Sie eröffnete zudem ein Verfahren wegen unlauteren Werbe- und Verkaufsmethoden. FRC machte Ende März publik, dass man die Firma Publibook Premium GmbH angezeigt habe. Das Unternehmen hat es sich an der Baarerstrasse 75 in Zug gemütlich gemacht. Nach Informationen von handelszeitung.ch wurden dort jedoch keine Hausdurchsuchung durchgeführt, da es sich um eine reine Briefkastenadresse handelt.

Die Involvierten sind allesamt französischsprechend, der Geschäftsführer und Gesellschafter Albert Abbou lebt in einer Genfer Vorortsgemeinde.

In einem ähnlichen Fall wurde die HIM Swiss-Internet rechtskräftig verurteilt.

Mit Material der Nachrichtenagentur SDA.