Mitarbeiter der italienischen Finanzpolizei haben heute die Büros der italienischen Arzneimittelbehörde (Aifa) durchsucht. Dies berichtet die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Der Einsatz steht im Zusammenhang mit dem Vorwurf der Marktmanipulation durch die beiden Schweizer Pharmakonzern Roche und Novartis.

In diesem Fall fordert mittlerweile das italienische Gesundheitsministerium aufgrund wettbewerbswidrigen Verhaltens rund 1,2 Milliarden Euro Schadensersatz. Das Ministerium wirft den Firmen wettbewerbsbehindernde Absprachen im Vertrieb von Augenmedikamenten vor. Konkret sei das günstigere Augenmedikament Avastin zugunsten des teureren Lucentis im Markt zurückgehalten worden. 

Je 90 Millionen Euro Busse verhängt

Bereits im März hatten die italienischen Kartellbehörden Novartis und Roche einer Strafe von je rund 90 Millionen Euro belegt. Nach Berechnungen der italienischen Wettbewerbsbehörde hätten die Absprachen das Gesundheitssystem laut Bericht 600 Millionen Euro pro Jahr gekostet.

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Die Unternehmen weisen die Forderungen stets zurück und haben Berufung angekündigt.

(vst)