Die Royal Bank of Scotland (RBS) könnte ihr bei der Schweizer Tochterbank Coutts International angesiedeltes Vermögensverwaltungsgeschäft nicht als Ganzes sondern auch in Teilen verkaufen. Mit einer Aufteilung in einen europäischen und einen asiatischen Teil wolle RBS Käufer aus Asien anlocken, die an den europäischen Geschäftsteilen kein Interesse hätten, erklärten mit der Sache vertraute Personen Reuters. RBS stellte Coutts International Mitte August zum Verkauf.

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Die seit der Finanzkrise vom britischen Staat kontrollierte Bank hofft auf einen Verlaufserlös von bis zu einer Milliarde Dollar. In Grossbritannien soll Coutts weiterbestehen. Auch Queen Elizabeth hat Geld bei der im 18. Jahrhundert gegründeten Bank liegen. RBS wollte am Freitag zum Stand des Verkaufsprozesses keine Angaben machen.

36 Milliarden verwaltet

Coutts International verwaltet für reiche Kunden aus aller Welt rund 36 Milliarden Dollar, ein Drittel davon stammt aus Asien. Für den Asien-Teil könnten sich führende Banken aus Singapur aber auch Institute aus China und Japan interessieren, die bereits in der Vergangenheit als Käufer auftraten. Beim europäischen Geschäftsteil bringen Insider vor allem Schweizer Namen aber auch Royal Bank of Canada ins Spiel.

Unter anderem haben Raiffeisen Schweiz aber auch die Genfer Bank Syz deutlich gemacht, dass sie an Zukäufen interessiert sind. Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz liess aber bereits durchblicken, dass Coutts für ihn eher nicht infrage komme. Das Dossier sei sehr komplex, sagte er in einem Zeitungsinterview.

Bank Syz liess gegenüber Reuters erkennen, dass sie sich Coutts unter Umständen näher anschauen könnte. Dabei komme es jedoch auf das «Design des Verkaufes» an. Immer wieder im Gespräch ist auch die Bank Julius Bär, die vor zwei Jahren für rund 860 Millionen Franken das nicht-amerikanische Geschäft von Bank of America Merrill Lynch übernahm. Zur Frage, ob Interesse an Coutts bestehe, wollte sich die Bank nicht äussern.

(reuters/chb)