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Jobabbau
RBS-Umbau trifft Schweizer Struki-Branche

Royal Bank of Scotland: Ein Umbau mit vielen offenen Fragen. (Bild: Bloomberg)

Bei der Royal Bank of Scotland müssen nach dem Chef auch bis zu 2000 Investmentbanker den Hut nehmen. Auch die Schweizer Niederlassung bleibt nicht verschont.

Von Jeffrey Vögeli und Volker Strohm
am 13.06.2013

Kurz nach der Information über den Abgang des langjährigen Konzernchefs Stephen Hester gab die Royal Bank of Scotland am Donnerstag bekannt, dass sie im Investment Banking massiv kürzen wird. Von diesen Massnahmen dürften auch die Mitarbeiter betroffen sein, die in der Schweiz für den Bereich RBS International Banking and Markets arbeiten.

Erneut getroffen wird die Derivatbörse Scoach: Nach Macquarie, Rabobank und – ganz aktuell – der Basler Kantonalbank verabschiedet sich ein weiterer Anbieter von Strukturierten Produkten in Raten. «Das bestehende Zertifikategeschäft läuft weiter», beschwichtigt zwar RBS-Sprecherin Christine Kortyka auf Anfrage. «Es ist entschieden worden, dass wir uns von dieser Geschäftseinheit trennen wollen.»

Im Klartext dürfte dies aber laut Insiderinformationen bedeuten, dass aktuelle Produkte bis zu deren Verfall gehandelt werden, danach auslaufen und nichts Neues mehr emittiert wird.

Verkauf an die Royal Bank of Canada?

RBS ist an der Scoach einer der grösseren Akteure: Aktuell sind über 1500 Produkte gelistet, was in Stückzahlen zwar «nur» einem Marktanteil von rund vier Prozent entspricht, aber immerhin für Platz sieben reicht. Bis die Abwicklung der Produkte über die Bühne ist und RBS definitiv als Emittent von der Bildfläche verschwinden wird, dauert es laut Auskunft des Experten «mindestens ein Jahr».

Gerüchte über einen mögliche Veräusserung an die Royal Bank of Canada will Kortyka nicht kommentieren – grundsätzlich werde aber «der Verkauf der Einheit oder einzelnen Assets geprüft».

Auch Mitarbeiterzahlen will die Sprecherin auf Anfrage nicht kommunizieren. Wie handelszeitung.ch weiss, arbeitet derzeit in der Schweiz noch ein gutes halbes Dutzend Banker für den Bereich der Strukturierten Produkte – weitere Mitarbeiter im Geschäft mit Unternehmensanleihen dürften in die Restrukturierung, die weltweit bis zu 2000 Angestellte treffen wird, einbezogen werden.

RBS betreibt in der Schweiz auch über die Tochterbank Coutts eine Niederlassung. Sprecherin Kortyka betont, dass diese vom kommunizierten Abbau nicht betroffen sei.

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