Wenn Economiesuisse zum Tag der Wirtschaft ruft, kommen sie alle: Manager, Verwaltungsräte, Verbandspräsidenten und der Bundespräsident. Eröffnet wurde die Veranstaltung vom Economiesuisse-Präsidenten Gerold Bührer. Gleich zu Beginn durfte er die Aufnahme von vier neuen Mitgliedern bekannt geben: Philip Morris International, Sunrise Communications, die Vereinigung der Pharmafirmen in der Schweiz (vips) sowie die Associazione Industrie Ticinesi (AITI). Während seiner Rede zeigte sich Bührer zufrieden, dass keine Mammut-Staatsprojekte implementiert wurden, um die Konjunktur anzukurbeln. Trotzdem meinte er: «Die Schweiz steht zwar nicht mehr am Abgrund, aber wir sehen auch keine baldige Rückkehr zu ehemaligen Höhen.»

Gastredner Peter Brabeck-Letmathe, VR-Präsident von Nestlé, knüpfte an Bührers Rede an und hob die Wichtigkeit der Kontinuität des Rechtsstaates hervor, was einen immensen Standortvorteil für die Schweiz bedeute. «Populistischen Initiativen muss unbedingt eine Abfuhr erteilt werden, sonst kann dies fatale Auswirkungen für die Schweiz haben», sagte Brabeck mit Nachdruck. Die Schweiz brauche kein neues Aktienrecht, sonst sei ihre internationale Führungsposition in der Corporate Governance gefährdet.

In der Podiumsdiskussion gesellte sich auch

Dieter Hundt, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, zur Runde. Unter der Leitung von Martin Spieler, Chefredaktor der «Handelszeitung», entwickelte sich eine rege Diskussion. In vielen Dingen war man sich einig: Die EU solle das Akienrechts- und Kompensationsmodell der Schweiz übernehmen und nicht umgekehrt; wirtschaftliche und politische Kontakte zum Ausland müssten gestärkt werden, der Steuerwettbewerb erhalten bleiben. Nur beim Zeitpunkt der Wirtschaftserholung war sich die Runde uneinig. Brabeck überraschte mit der Aussage, das erst in zehn Jahren eine Erholung zu erwarten sei. Den Schlusspunkt setzte Bundespräsident Rudolf Merz: «Die Schweiz muss vermehrt bei der internationalen Zusammenarbeit mitwirken.»

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