Um die Rechtsstreitigkeiten mit Deutschland und den USA wegen unversteuerter Gelder zu regeln, legt die Grossbank Credit Suisse einen hohen Betrag zurück. Dafür hat sie im dritten Quartal Rückstellungen in der Höhe von insgesamt 478 Millionen Franken getätigt.

Von der knappen halben Milliarde Franken betreffen 295 Millionen Franken den Streit mit den USA und 183 Millionen Franken jenen mit Deutschland, wie die CS am Dienstag mitteilte. In beiden Ländern sieht sich die CS mit dem Vorwurf konfrontiert, ihren ausländischen Bankkunden bei der Steuerhinterziehung geholfen zu haben.

Mit Deutschland schloss die Schweiz Anfang Oktober ein Steuerabkommen ab, das eine Abgeltungssteuer und die Legalisierung der in der Schweiz angelegten deutschen Schwarzgelder vorsieht. Dazu müssen die Banken - vor allem die Grossbanken CS und UBS - einen Vorschuss leisten. Das Abkommen soll 2013 in Kraft treten.

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US-Lösung noch offen.

Noch offen ist eine Lösung im Steuerstreit mit den USA, die unter anderem auch Rechtsverfahren gegen Banken androhten. Gespräche zwischen Vertretern der beiden Regierungen laufen derzeit. Möglich ist, dass die CS auch eine Busse bezahlen muss, wie sie die UBS während der Finanzkrise wegen ihrer Geschäfte begleichen musste.

Die Rückstellungen fallen im Privatkundengeschäft an. Sie schmälerten das Resultat deutlich. Der Vorsteuergewinn in der Sparte lag im dritten Quartal noch bei 183 Millionen Franken.

(laf/rcv/sda)