Die irische Regierung wird Anteile an der Bank of Ireland für 1,12 Milliarden Euro an private Investoren verkaufen. Insgesamt würden private Anteilseigner damit mindestens 68 Prozent an der der grössten irischen Privatbank halten, sagte Finanzminister Michael Noonan in Dublin.

Die Namen der Investoren nannte er nicht. Die Beteiligung der Investoren zeigt laut Noonan die Glaubwürdigkeit der Stresstests.

Ursprünglich wurde damit gerechnet, dass der Staat auch beim letzten verbliebenen grossen Institut des Landes die Kontrolle übernimmt. Dies sollte im Rahmen einer Kapitalerhöhung geschehen, deren Ergebnisse am Dienstag veröffentlicht werden.

Nach der Kapitalerhöhung werde die Regierung maximal 32 Prozent an der Bank of Ireland halten, teilte das Finanzministerium mit. Die bisherigen Aktionäre sollen dann zwischen 31 und 71 Prozent halten und neue Investoren zwischen 14 und 37 Prozent.

Verstaatlichung abgewendet

Durch den Verkauf reduziert sich die Höhe der Staatshilfen für die Bank auf 2,4 Milliarden Euro. Die Regierung sieht sich damit nach eigenen Angaben in der Lage, die Bank ohne Hilfen der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu rekapitalisieren.

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Hätten sich nicht Private  an der Kapitalerhöhung beteiligt,  wären 70 Prozent der Anteile an der Bank of Ireland an den Staat übergegangen.

Die Bank of Ireland wurde während der Finanzkrise teilverstaatlicht. Das Land stand im November 2010 wegen seines maroden Bankensystems vor der Staatspleite und erhält seitdem Hilfe aus dem europäischen Rettungsmechanismuss EFSF.

(tno/rcv(sda/awp)