Die Schweizer Grossbanken Credit Suisse und UBS müssen sich in den USA abermals wegen umstrittener Hypothekengeschäfte verantworten. Der amerikanische Bundesstaat Virginia verklagt die Tochtergesellschaften von 13 Geldhäusern - darunter jene der Schweizer Finanzinstitute. Wie die Staatsanwaltschaft in der Hauptstadt Richmond mitteilt, wirft der Bundesstaat den Kreditinstituten vor, dem staatlichen Pensionsfonds Virginia Retirement System minderwertige Hypothekenpfandbriefe vor der Finanzkrise verkauft zu haben.

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Virginia verlangt eine Entschädigung von insgesamt 1,15 Milliarden Dollar. «Die Botschaft ist klar: Es kommt nicht darauf an ob du ein kleiner Betrüger oder eine Milliarden-Wall-Street-Bank bist. Wenn du versuchst, die Konsumenten und Steuerzahler Virginias über den Tisch zu ziehen, erwischen wir dich. Und du wirst zur Rechenschaft gezogen», so Staasanwalt Mark Herring. 40 Prozent der dem Pensionsfonds verkauften Hypothekarverbriefungen seien riskanter gewesen als angegeben. Die Organisation habe die Papiere mit 383 Millionen Dollar Verlust verkaufen müssen.

Auch die Deutsche Bank und HSBC betroffen

Betroffen sind Bank of America, Credit Suisse, Deutsche Bank, Goldman Sachs, HSBC, Morgan Stanley und JPMorgan. Vertreter der Banken wollten keine Stellungnahme abgeben oder waren nicht zu erreichen. Es ist die grösste Klage im Bereich Finanzbetrug, welche Virginia je eingereicht hat. Ausgelöst hat die texanische Firma Integra REC. Sie  agierte als Whistleblower.

Zahlreiche Grossbanken haben in den vergangenen Monaten bereits hohe Zahlungen wegen ihres Verhaltens während der Finanzkrise leisten müssen, unter ihnen auch die CS und die UBS. Beide Banken bezahlten auch Bussen, weil sie US-Bürgern bei der Steuerhinterziehung geholfen haben.

(Reuters/sda/se/ise)