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Novartis
Reinemachen mit Jörg Reinhardt

Jörg Reinhardt
Novartis-Reformer: Verwaltungsratspräsident Jörg Reinhardt (Mi.).Quelle: Keystone

Nach dem Alcon-Verkauf hat Novartis noch zwei Sparten: Pharma und Generika. Die Konzernspitze bündelt die Kräfte für die nächste Stufe.

Von Seraina Gross
am 29.06.2018

Eines der ersten Gebäude auf dem Novartis-Campus in Basel war das der Architekten Diener und Diener; gleich beim Haupteingang, ein Bau mit einer Fassade aus bunt zusammengesetzten Glasflächen. Vielfalt als Programm. Doch jetzt ist das Patchwork beim Unternehmen Geschichte. Von dem breiten Portfolio, das Verwaltungsratspräsident Daniel Vasella vor fünf Jahren seinem Nachfolger Jörg Reinhardt überliess, bleiben nach dem heute angekündigten Spin-off der Augenheilsparte Alcon noch zwei Sparten übrig: das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten und die Generika inklusive ihre Nachfolger, die Biosimilars.

Das Impfstoffgeschäft – ein ausgesprochenes Skalengeschäft, mit dem Novartis zuletzt gar nicht mehr glücklich geworden war – ging schon 2013 in einer 13-Milliarden-Dollar-Transaktion an die britische GSK, die Novartis dafür ihr Onkologiegeschäft überliess. Die nicht verschreibungspflichtigen Medikamente wurden in einem ersten Schritt in eine Joint Venture mit GSK ausgelagert und unter dem neuen CEO diesen Frühling für 13 Milliarden Dollar ganz verkauft. Milliardentransaktionen in Serie.

76 Prozent der Umsätze mit Pharma und Onkologie

Und nun kommt auch noch das Resultat der vor zwei Jahren eingeleiteten «strategischen Überprüfung» der Augenheilsparte Alcon früher als erwartet. Die Sparte wird separat an die Börse gebracht. Der Wert des Spin-Offs dürfte bei 25 bis 30 Milliarden Dollar liegen. Das neue Unternehmen wird seinen Hauptsitz in der Schweiz haben, die hauptsächlichen Aktivitäten bleiben in Houston, Texas.


Die Fokussierung ist offensichtlich: Auf Basis 2017 wird Novartis künftig 76 Prozent seine Umsätze mit Pharma- und Onkologieprodukten machen, gegenüber 58 Prozent vor der Transformation des Unternehmens. Von der Diversifikation, die Daniel Vasella einst Novartis verordnet hatte, bleibt damit nur noch die Generikasparte Sandoz. Das Geschäft leidet vor allem in den USA unter einem kräftezehrenden Preisdruck. Gleichzeitig tut sich mit den Biosimilars ein Feld auf, das viele Synergien mit dem Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten bringt, vor allem bei der Produktion und in der Entwicklung.

Doch das Ziel des Serien-Umbaus ist klar: Novartis soll künftig, ähnlich wie Roche, ein innovationsgetriebenes Biotechunternehmen werden. Die gleichen Architekten haben sie schon einmal – ein Konzerngebäude auf dem Novartis-Campus wurde von Herzog & de Meuron gebaut, die gleichen, die für die Konkurrenz auf der anderen Seite des Rheins Türme in die Höhe wachsen lassen.

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