Die Gegend der Brunnenbach- und Wässeristrasse im zürcherischen Hinwil umfasst zahlreiche Gewerbe- und Industriebetriebe. Als eigentlicher Mittelpunkt sticht das Fabrikhaus «Longus» der Belimo Automation AG mit seiner strengen, aber eleganten Aluminiumfassade hervor.

Die Belimo AG ist ein Unternehmen, von dem nicht täglich in den News die Rede ist, das jedoch weltweit tätig ist und dessen Produkte in zahllosen Gebäuden mit Spitzentechnologie in Heizung, Lüftung und Klima vertreten sind. Rund 500 Mitarbeitende stellen Antriebe für Klappen und Ventile für die Lüftungstechnik her. Im Haus «Longus» - seinem Namen angemessen 166 m lang - sind Forschung, Produktion, Verkauf und Marketing untergebracht.

Abgetrennte Gebäudehülle

Eine dynamische Aluminium-Fassadengestaltung widerspiegelt in allen Himmelsrichtungen die Firmenkultur von Belimo als einem der weltweiten HLK-Marktleadern. Das Gebäudemanagement des Unternehmens trägt die Verantwortung, dass die Ausstrahlung des 2002 erbauten Fabrikhauses nachhaltig anhält und stimmt. Das zählt ebenso zu den massgebenden Faktoren der Firmenstrategie wie qualitativ hochstehende Produkte und Dienstleistungen.

Anzeige

Das dank enger Zusammenarbeit mit den Fachingenieuren und der Halter Generalunternehmung AG in einer Bauzeit von 17 Monaten erstellte Gebäude weist eine konsequente Trennung von Tragwerk und Gebäudehülle auf.

Die Konstruktion ruht auf 64 Betonstützen. Sie sind so angeordnet, dass weite Räume entstehen, die Decken sind vorgespannt, ruhend auf den Stützen und den vier Kernen im Innenteil. So kommt der geschlossenen natureloxierten Fassade nicht die Rolle als Tragelement zu, sondern sie kann das Haus umhüllen wie ein Kleidungsstück den Körper.

Ein automatisiertes Fensterlüftungssystem aus der Entwicklung von Belimo wie auch ein Gebäudeleitsystem mit zentraler Steuerung ergänzen die naturbelassene, farblos eloxierte Aluminiumfassadenverkleidung.

Die 563 gleichen Fensterelemente sind von horizontalen und vertikalen Fassadenelementblechen eingefasst, wobei die vertikalen schwarz eloxiert sind. Zur Beschattung der 4500 m2 Fensterflächen dienen Lamellenstoren aus Aluminium.

Effektive Methodik

Die «Longus»-Aussenhaut wird durch die vielen Abgase im Hinwiler Industriequartier stark von Russ verschmutzt und ist deshalb unter steter Beobachtung der Gebäudeverantwortlichen. Es wurde viel Zeit in die Evaluation der richtigen Partner für die Aussenreinigung investiert. Zur Offertstellung kamen nur Reinigungsunternehmen in Frage, die das SZFF-Gütezeichen der Schweizerischen Zentralstelle für Fenster- und Fassadenbau tragen und nach dem SZFF-Reglement «Gütesicherungen für die Reinigung von Metallfassaden» arbeiten, sodass die Werterhaltung der Fassaden garantiert wird.

Auf Empfehlung der Fassadenbauer Ernst Schweizer AG, Zürich/Diralsa AG, Neuenhof, erhielt die Hitz Fassadenpflege AG in Opfikon/Rorschach den Zuschlag für die Aussenreinigung. Ausschlaggebend war im Besonderen, die Effektivität in der Reinigung und der Instandhaltung mit optimierten Methoden und mit zuverlässigen Partnern zu entwickeln. Dies wird nun bei der Reinigung der 7500 m2 Fassadenfläche erzielt.

Anzeige

Belimo hat in Zusammenarbeit mit dem Reinigungsunternehmen eine Methode ausgearbeitet, die das ökonomische wie auch das ökologische Gleichgewicht garantiert. Das Verfahren - quasi eine Eigenentwicklung - beruht auf dem Einsatz von entmineralisiertem Wasser aus der hauseigenen Entmineralisierungsanlage und dem spärlichen Gebrauch von Reinigungsprodukten.

So läufts in der Praxis

Damit die anspruchsvolle Fassade langfristig ihr gutes Aussehen behalten kann, sah Oswald Hitz von der Hitz Fassadenpflege AG nur eine Lösung: Regelmässige jährliche Unterhaltsreinigung der ganzen Fassade und pro Jahr die Grundreinigung und Versiegelung eines Fassadenteils. Nach dieser Erkenntnis, die gleichzeitig auch Garant für die Werterhaltung ist, verlaufen nun jährlich die Reinigungsarbeiten am Belimo-Haus. In der Regel arbeiten pro Jahr zwei Mann während sechs bis acht Wochen an den vier Fassaden des fünfgeschossigen und 22 m hohen Gebäudes.

Anzeige

Die einfache Vorgehensweise wirkt sich günstig auf die Zeitdauer aus. Auf dem Flachdach des Gebäudes ist rundum eine fixe Fassadenbefahranlage mit integriertem Hochdruckreiniger eingebaut. Ein Einrüsten entfällt - die Arbeiten können alle mit dieser Befahranlage ausgeführt werden.

Gestartet wurde mit der Grundreinigung an der Nordfassade. In der ersten Arbeitsphase wurden die Lamellenstoren abgespült - nur mit entmineralisiertem Wasser. Und auch zur Grundreinigung der Fassade wird nur entmineralisiertes Wasser eingesetzt mit einem geringen Zusatz von UH-Reiniger 3010 (GRM-zugelassen). Gearbeitet wird ausschliesslich mit Hochdruckreiniger und cirka 60 Grad heissem Wasser mit einem Arbeitsdruck von 15 bis 20 bar. Anschliessend wurde der Fassadenteil neu versiegelt. Dank dem entmineralisierten Wasser wird aufwendiges Nachreiben mit Pads auf ein Minimum reduziert. Die Verantwortlichen sind sich bewusst, dass diese Arbeitsweise mit Hochdruck nur bei einer absolut soliden Konstruktion und bei einer Vollaluminiumfassade durchgeführt werden kann.

Anzeige

Für die drei weiteren Fassadenteile, die nur einer Unterhaltsreinigung unterzogen werden, ist das Vorgehen noch einfacher. Abspülen der Lamellenstoren, anschliessend die Hochdruckreinigung der Fenster- und Fassadenteile mit entmineralisiertem Wasser ohne jeglichen Zusatz von Reinigungsmittel.

Der Verantwortliche für Gebäudeunterhalt bei Belimo, Silvio Scherrer, freut sich über das neue Reinigungsverfahren. Nachteile kennt er im Moment dank der Vollaluminiumfassade keine. Auf jeden Fall haben sich die Investitionen der Entmineralisierungsanlage, die im Keller des Belimo-Hauses installiert ist, mehr als gelohnt. Ursprünglich angeschafft für die Klimatisierung, werden heute zwischen 60 und 70% des Wassers für die Reinigung verwendet.

Klares Auditing

Die durch die SZFF engagierte, neutrale Auditingfirma Alcan Technology & Management AG überprüfte die einzelnen Arbeitsschritte. Für Walter Wyler, Auditor, ist das Reinigungsergebnis gut und entspricht den SZFF-Richtlinien 61.01 Klasse D. Das Verfahren hinterlässt auf dem Fensterglas keinerlei Abziehspuren und die Alubleche weisen einen matten Glanz auf.

Anzeige

Die Fassade erscheint in ihrer ursprünglichen Schönheit und Eleganz. Einwandfrei gereinigte und versiegelte Metallfassaden sind weitgehend schmutzresistent und die Reinigungsintervalle werden länger - ganz zum Nutzen der Umwelt und der Kosteneffizienz. Qualitätsarbeit ist besonders bei Reinigungsarbeiten an Metallfassaden von grosser Wichtigkeit, da nur dank qualitätsorientiertem Fachwissen, Erfahrung und Sorgfalt eine einwandfreie Reinigung ohne Schäden ausgeführt werden kann.