Die Fluggesellschaft TUIfly hat in letzter Minute ein für die Reisebranche möglicherweise teures Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs (BGH) vermieden. Das Unternehmen erkannte am Dienstag im Anschluss an die mündliche Verhandlung in Karlsruhe Ansprüche von zwei klagenden Flugpassagieren an, die jeweils eine Entschädigung von 400 Euro wegen der Vorverlegung ihres Fluges um neun Stunden gefordert hatten.

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Das Gericht hatte zuvor deutlich gemacht, dass eine «mehr als geringfügige Vorverlegung» seiner Auffassung nach einer Annullierung des Fluges gleichkomme. In diesem Fall steht den Passagieren eine Entschädigung zu. «Die ursprüngliche Flugplanung wird auch dann aufgegeben, wenn ein Flug - wie im Streitfall - um mehrere Stunden 'vorverlegt' wird.» (Az. X ZR 59/14).

«Ganzen Urlaubstag verloren»

Der Flug der beiden Kläger hatte ursprünglich am 5. November 2012 am frühen Abend von der Kanareninsel Fuerteventura nach Düsseldorf starten sollen. Drei Tage vorher wurden sie von TUIfly darüber informiert, dass ihr Flug auf den Morgen des selben Tages verlegt worden sei. Die Kläger hatten argumentiert, sie hätten dadurch «einen ganzen Urlaubstag verloren». TUIfly hatte sich zunächst auf den Standpunkt gestellt, der Flug sei nur verschoben, nicht aber annulliert worden.

(reuters/chb)