Als spezialisierter Hersteller anspruchsvoller Komponenten im Bereich Logistik bleibt die Interroll-Gruppe in jüngster Zeit nicht verschont von der stagnierenden Entwicklung der Weltwirtschaft. «Wir müssen uns wärmer anziehen und vor allem gesund und fit bleiben», stellt Paul Zumbühl, Vorsitzender der Konzernleitung, fest. Er rechnet denn auch mit einem Rückgang der Nachfrage nach Komponenten im Bereich Logistik und Fördertechnik.

Bisher höchster Reingewinn

Das vergangene Geschäftsjahr 2008 allerdings gab Anlass zur Freude bei Interroll, konnte doch mit 33,8 Mio Fr. der bisher höchste Reingewinn in der Geschichte des Unternehmens erzielt werden. Der Umsatz belief sich im Berichtsjahr, in Lokalwährung umgerechnet, auf 379,9 Mio Fr., was einer Zunahme gegenüber dem Vorjahr um 2,4 % entspricht. Als Folge gegenläufiger Währungsentwicklungen fiel der Umsatz in konsolidierter Währung mit 357,9 Mio Fr. im Vergleich zum Rekordjahr 2007 hingegen um 3,5% tiefer aus. Stahlpreiserhöhungen in überraschend hohem Ausmass im 1. Semester und die sich weiter eintrübende Konjunkturlage im 2. Halbjahr beeinflussten den Geschäftsgang der Interroll-Gruppe im Jahr 2008. Die Gesamtleistung reduzierte sich in lokaler Währung um 2% und in konsoldierter Währung um 7,9% auf 348,9 Mio Fr. Der Rückgang ist im Kontext eines ausserordentlich erfolgreichen Jahres 2007 zu sehen, in welchem einige Grossaufträge zu einer besonders hohen Zunahme der Gesamtleistung führten. Eine solche Kumulierung von grösseren Projekten wie etwa der Schweizer Post ist allerdings nicht die Regel.

Der operative Gewinn vor Abschreibungen (Ebitda) entwickelte sich im Mehrjahresvergleich erfreulich und erreichte 2008 58,2 Mio Fr. gegenüber 67,5 Mio Fr. im Rekordjahr 2007. Der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag bei 43,4 Mio gegenüber 45,2 Mio Fr. in 2007. Die Ebit-Marge übertraf mit 12,4% das Vorjahr (11,9%) erneut.

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Steigerung der Produktivität

Vom Gesamtumsatz der Interroll-Gruppe 2008 von 357,9 Mio Fr. entfallen 223,7 Mio oder 62,5% auf die Sparte Komponenten. Die Sparte Subsysteme konnte im Jahresvergleich ihren Umsatz mit 134,2 Mio Fr. knapp halten. Investitionen wie beispielsweise in den Ausbau des Kompetenzzentrums für Förderrollen in Wermelskirchen (D) sowie in weitere Anlagen zur Erhöhung der Produktivität und zur Lancierung von neuen Produkten erreichten im Berichtsjahr 22,4 Mio Fr. Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung wiederum eine Nennwertreduktion von 20 auf 15 Fr. pro Interroll-Namenaktie vor. Die Nennwertrückzahlung (anstelle einer Dividende) von 5 Fr. pro Interroll-Namenaktie erfolgt für Inhaberinnen und Inhaber von Aktien normalerweise steuerfrei.

Aufgrund des konjunkturellen Abschwungs und des daraus resultierenden verlangsamten Bestellungseingangs im 4. Quartal 2008 erwartet Interroll ein anspruchsvolles, herausforderndes Geschäftsjahr 2009. Mit über 23000 Kunden auf allen Kontinenten und in allen Branchen kann Interroll die Folgen eines weiteren Konjunkturrückgangs besser abfedern. Zudem verfügt die Gruppe über eine solide Bilanz, die es erlaubt, strategische Investitionen und Innovationen weiterzuführen.

Vor diesem Hintergrund gilt es besonders, sämtliche Aktivi- täten noch konsequenter auf die Kunden auszurichten. Dazu kommt, dass nicht wenige Produkte von Interroll einen sehr kurzen ROI aufweisen, was in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ein nicht zu unterschätzender Vorteil sein kann.