Der Handyverkäufer Mobilezone hat im ersten Halbjahr 2015 von der einsAmobile-Übernahme profitiert und den Umsatz ordentlich gesteigert. Während sich das Handelssegment damit mehr als verdoppelte, gingen die Einnahmen im kleineren Bereich Service Providing dagegen zurück. Mit der erwarteten Einführung eines neuen iPhone-Modells rechnet das Unternehmen wie gewohnt mit einem stärkeren zweiten Halbjahr.

In den ersten sechs Monaten 2015 stieg der Umsatz um 72 Prozent auf 305,2 Millionen Franken. Mit der Integration von einsAmobile in die Konzernrechnung hätten sich die Finanzzahlen der Gruppe wesentlich verändert, teilte Mobilezone am Freitag mit.

Integration geglückt

Per Ende März wurde die Übernahme des deutschen Unternehmens, das wie Mobilezone in der Vermittlung von Handyabos und im Verkauf von Mobiltelefonen und Accessoires tätig ist, bekanntgegeben. 70 Millionen Franken zahlte das Schweizer Unternehmen für die EinsAMobile GmbH, die 2014 mit 120 Mitarbeitern einen Umsatz von mehr als 400 Millionen Euro und einen operativen Gewinn von rund 14 Millionen Euro erwirtschaftete.

Die Geschäftszahlen werden nun seit April im Segment Handel erfasst; EinsAmobile bleibt aber eigenständig unter dem bisherigen Namen unter der Führung der bisherigen Besitzer. Die Integration und die Performance verliefen gemäss den Erwartungen, hiess es am Freitag.

Ebit stieg um 27 Prozent

Den Bruttogewinn steigerte Mobilezone im ersten Semester um 7,8 Prozent auf 59,1 Millionen Franken. Die Bruttogewinnmarge ging damit auf 19,3 Prozent von 30,9 Prozent zurück. Der SNB-Entscheid im Januar, den Mindestkurs aufzugeben, habe einen einmaligen negativen Einfluss auf den Bruttogewinn von 0,6 Millionen Franken gehabt, so Mobilezone. Der Ebit stieg um 27 Prozent auf 14,3 Millionen Franken; die entsprechende Marge kam bei 4,7 Prozent nach 6,3 Prozent im Vorjahreszeitraum zu liegen.

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Unter dem Strich erhöhte sich der Reingewinn mit plus 16 Prozent auf 10,5 Millionen Franken etwas weniger stark. Die Finanzierung von Bankdarlehen in der Höhe von 50 Millionen Franken für den Kauf der einsAmobile führten zu 0,2 Millionen zusätzlichen Finanzaufwendungen. Und der Steueraufwand legte wegen des höheren Gewinnes vor Steuern und einer höheren Steuerbelastung in Deutschland um 1,3 Millionen auf 3,3 Millionen zu.

B2B-Markt in der Schweiz anspruchsvoll

Im Segment Handel konnte der Umsatz auf 268,4 Millionen nach 130,3 Millionen gesteigert werden. Dabei beträgt der Anteil des Grosshandelsumsatzes 117,5 Millionen nach lediglich 12,8 Millionen im Vorjahr. Der Ebit stieg auf 9,2 Millionen nach 5,1 Millionen. Die «sehr erfreuliche Entwicklung» sei neben der Erstkonsolidierung von einsAmobile auf die gute Nachfrage in den 128 Shops in der ganzen Schweiz zurückzuführen. Die Profitabilität im B2B-Geschäft blieb im ersten Halbjahr dagegen hinter den Erwartungen und dem Vorjahr zurück.
Das Marktumfeld sowohl im Detailhandel als auch im B2B-Markt in der Schweiz bleibe sehr anspruchsvoll und herausfordernd, hiess es.

Der Börsengang von Sunrise und der Eigentümerwechsel bei Orange mit der Umfirmierung auf Salt hätten diese Entwicklung im ersten Halbjahr untermauert. Das Segment Handel der Mobilezone umfasst die Aktivitäten im schweizweiten Filialnetz, das Online-Geschäft, das B2B-Geschäft und seit 1. April 2015 die einsAmobile in Deutschland.

Service Providing schwächer

Der Umsatz im Segment Service Providing nahm indes um 22 Prozent auf 36,8 Millionen ab. Der Ebit reduzierte sich auf 3,5 Millionen nach 4,7 Millionen. Während das Reparaturgeschäft in der Schweiz positiv verlief, entwickelte sich der Reparaturbereich in Österreich im ersten Halbjahr «erwartungsgemäss» weit unter den Vorjahresresultaten. Trotz 30 Prozent tieferem Auftragsvolumen im Berichtszeitraum sei die Gesellschaft jedoch «seit Juni operativ wieder auf einem profitablen Weg unterwegs».

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Auch bei den TalkTalk-Produkten liegen Umsatz und Ebit unter den Vorjahreszahlen. Begründet wird dies mit einer laufenden Transformation: Seit einem Jahr fokussiere man sich bei der Kundenneugewinnung auf Mobilangebote. Der Umsatzanteil der Mobilkunden bei TalkTalk beträgt mittlerweile 19,5 Prozent nach 8,1 Prozent im Vorjahr.

Stärkeres zweites Halbjahr erwartet

Für das Gesamtjahr zeigt sich die Gesellschaft «zuversichtlich», ohne einen konkreten Ausblick zu geben. Wie in den vergangenen Jahren erwartet Mobilezone ein stärkeres zweites Halbjahr und beabsichtigt, weiterhin eine attraktive Dividendenpolitik zu betreiben. Für das Geschäftsjahr 2014 erhielten die Aktionäre eine Dividende von 60 Rappen je Aktie, nachdem es 2013 wegen eines Aktienrückkaufs keine Gewinnausschüttung gegeben hatte.

Im zweiten Halbjahr 2015 rechnet Mobilezone mit der Lancierung eines neuen iPhone-Modells, wodurch erfahrungsgemäss die Vertragsabschlüsse angetrieben werden. Auch einsAmobile dürfte den weiteren Geschäftsgang zusätzlich positiv beeinflussen.

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(awp/gku/ama)