1. Home
  2. Unternehmen
  3. «Rena» von Schweizer Reederei gechartert

Unternehmen

«Rena» von Schweizer Reederei gechartert

Die «Rena» am Montag vor der Ostküste der neuseeländischen Nordinsel. (Bild: Keystone)

Das havarierte Containerschiff «Rena» liegt vor Neuseeland und droht zu zerbrechen. Gechartert hatte das Schiff die Mediterranean Shipping Company mit Hauptsitz in Genf. Das Unternehmen kündigte nun f

Veröffentlicht am 18.10.2011

Die Reederei Mediterranean Shipping Company (MSC) hat umgerechnet rund 717'000 Franken für die durch die Ölpest in Neuseeland nötig gewordenen Aufräumarbeiten angeboten. Die Umweltkatastrophe geht von dem havarierten Containerschiffs «Rena» aus, das das Unternehmen mit Hauptsitz in Genf gechartert hatte.

Man sei zutiefst besorgt über die Belastung des auslaufenden Öls für die Umwelt sowie die Auswirkungen auf den Alltag der Menschen und den Handel, teilte MSC mit. Bei dem angebotenen Geld handle es sich um eine freiwillige Spende. «Wir möchten betonen, dass MSC nicht Eigentümer der 'Rena' ist, wir weder die Mannschaft eingestellt haben noch für die Instandhaltung und den Betrieb des Schiffes verantwortlich sind», hiess es in einer Stellungnahme.

Eigentümer des unter liberianischer Flagge fahrenden Containerschiffs ist die in Griechenland ansässige Firma Costamare. Das Unternehmen hatte gesagt, dass es eng mit den Behörden zusammenarbeite und versuche, den durch die Havarie entstandenen Schaden für die Umwelt so gering wie möglich zu halten.

Jederzeit droht Auseinanderbrechen

Die Bergungsteams mussten derweil die Arbeiten an dem havarierten Schiff wegen schlechten Wetters unterbrechen. Das Containerschiff habe den Stürmen und der unruhigen See vorerst noch standgehalten, doch die nächsten 24 Stunden seien kritisch, sagte ein Sprecher der Bergungsfirma am Dienstagabend (Ortszeit).

«Wir sind hier auf Messers Schneide. Uns steht eine bange Nacht bevor», sagte Matt Watson von der Bergungsfirma «Svitzer». Ein Vertreter der neuseeländischen Meeresbehörde erklärte zudem, dass erneut Öl aus dem Schiff ausgelaufen sei. Es handle sich aber nur um eine geringe Menge, sagte er, ohne genauere Angaben zu machen.

Die Arbeiter konnten bisher nur etwa 90 Tonnen Schweröl aus den Treibstofftanks der «Rena» abpumpen, bevor teilweise bis zu vier Meter hohe Wellen die Arbeiten unmöglich machten. Das Bergungsteam versiegelte die Treibstofftanks und brachte sich auf einen benachbarten Frachter in Sicherheit. Am Mittwochmorgen soll ein neuer Versuch gestartet werden.

Kosten von fast drei Millionen Franken

Die Arbeiter pumpen das Öl durch einen 150 Meter langen Schlauch mit acht Zentimetern Durchmesser. Wegen der Schlagseite des havarierten Schiffes konnte die Bergungsfirma keine weiteren Pumpen einsetzen.

Seit das Schiff am 5. Oktober auf Grund lief, sind nach Schätzungen der Behörden etwa 350 Tonnen Treibstoff ins Meer gelaufen; weitere 1400 Tonnen befinden sich noch an Bord. Neuseelands Verkehrsminister Steven Joyce hatte kürzlich wissen lassen, dass die Aufräumarbeiten bislang rund 2,8 Millionen Franken gekostet hätten.

Hunderte Freiwillige sind mit dem Säubern der Strände beschäftigt und helfen bei der Rettung von Seevögeln. Rund 1300 Vögel sind infolge der Ölpest bereits verendet.

(tno/rcv/sda)

Anzeige