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Expansion
Renault drückt im Iran aufs Gaspedal

Renault drückt im Iran aufs Gaspedal
Renault-Manager (L) mit Vertreter des Iran: Die Vereinbarung steht. Keystone

Renault wagt sich in den Iran vor. Der französische Hersteller will dort bald Hunderttausende Autos produzieren. Der Schweizer Renault-Zulieferer Autoneum verfolgt eine andere Strategie in dem Land.

Der französische Autokonzern Renault wird künftig auch im Iran Autos bauen. Renault-Vize Thierry Bolloré unterzeichnete am Montag in Teheran einen Vertrag über die Produktion von 300'000 Autos pro Jahr. Investiert werden sollen 660 Millionen Euro. Renault gründete zusammen mit zwei iranischen Partnern ein Gemeinschaftsunternehmen – Renault hält daran 60 Prozent, die staatliche iranische Behörde für industrielle Entwicklung 20 Prozent und das iranische Privatunternehmen Parto Negin Nasseh die restlichen 20 Prozent.

Das Gemeinschaftsunternehmen will ein Werk in Saveh rund 120 Kilometer südwestlich von Teheran modernisieren und dort in einem ersten Schritt rund 150'000 Autos pro Jahr herstellen – den Renault Symbol und den Duster von der Renault-Tochter Dacia. Die ersten Fahrzeuge würden in eineinhalb Jahren vom Band laufen, sagte ein Vertreter der staatlichen Entwicklungsbehörde am Montag. Bis 2022 soll das Ziel von 300'000 Autos pro Jahr erreicht werden, von denen 30 Prozent exportiert werden sollen.

Iran gilt als Wachstumsmarkt

Renault und die iranische Regierung hatten die gemeinsame Autoproduktion im September 2016 vereinbart. Der Iran gilt als Automarkt mit einem der höchsten Wachstumspotenziale weltweit. Die Konsumenten dort haben nur eine begrenzte Zahl von Automarken zur Auswahl, seit im Zuge der Strafmassnahmen wegen des iranischen Atomprogramms viele Autobauer das Land verliessen.

Auch der Schweizer Auto-Zulieferer Autoneum hat erwägt, ein Joint-Venture im Iran zu gründen. Die politische Lage ist dem Winterthurer Konzern dafür aber derzeit zu unsicher: Er will vorerst seine Produkte über einen Partner in dem Land verkaufen, wie Autoneum auf Anfrage von handelszeitung.ch bekanntgab. Der iranische Partner wird die Komponenten von Autoneum in Lizenz produzieren und die französischen Autohersteller vor Ort damit beliefern.

(sda/mbü/cfr)

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