Weil der Renault seine Kosten vergangenes Jahr um fast 850 Millionen Euro drücken konnte, sprang der operative Gewinn um 30 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro, wie Renault mitteilte. Bei solchen Verbesserungen fielen die 182 Millionen Euro Verlust, die der russische Partner Avtovaz in die Bilanz einbrachte, weniger ins Gewicht. Renault-Aktien stiegen am Vormittag in Paris um mehr als 8 Prozent.

Eigentlich sollte das Wachstum in den grossen Schwellenländern die Franzosen auf die Überholspur bringen - doch weil die Automärkte in Lateinamerika und Russland im Rückwärtsgang unterwegs sind, steht der Konzern unter Druck. Denn ausgerechnet auf dem weltgrössten Markt China, der trotz einer Abkühlung der Konjunktur weiter wächst, ist Renault bislang fast gar nicht vertreten. Dort hält Partner Nissan die Fahne hoch. Erst 2016 wollen die Franzosen vor Ort Autos bauen - 150'000 Stück pro Jahr sollen es zunächst sein. Volkswagen verkaufte dort 2014 schon 2,76 Millionen Autos seiner Hausmarke VW Pkw.

Einbruch in Russland

In Russland könnte der Markt dieses Jahr laut Experten um bis zu 35 Prozent auf nur noch 1,5 Millionen Neuwagen absacken. Angesichts solcher Risiken stoppt Renault die Produktion in seinem Moskauer Werk für bis zu drei Wochen. Weitere Abschreibungen auf das Russland-Geschäft hält der Konzern dieses Jahr aber nicht für notwendig. Und auf lange Sicht setzt Renault-Chef Carlos Ghosn weiter auf den drittgrössten Markt des Konzerns. Denn dieser sei in schwierigen Zeiten stets schnell abgesackt - habe sich aber auch schnell wieder erholt, sagte Ghosn. Mit Nissan und Avtovaz peilt Renault in Russland 40 Prozent Marktanteil an, derzeit liegt er bei rund einem Drittel.

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Während Russland der grosse Unsicherheitsfaktor bleibt, können sich die Franzosen auf die Beiträge von Nissan verlassen. Die Japaner, an denen Renault 43 Prozent hält, steuerten vergangenes Jahr knapp 1,6 Milliarden Euro bei und trieben den Konzernüberschuss auf 1,9 Milliarden Euro. Das war mehr als drei Mal so viel wie im Vorjahr - auch weil Renault deutlich weniger Steuern zahlen musste.

2013 auf Sparpaket geeinigt

Die Erlöse stagnierten bei 41 Milliarden Euro, damit stieg die Umsatzrendite von 3,0 auf 3,9 Prozent. Ziel ist, mehr als 5 Prozent des Umsatzes als operativen Gewinn einzubehalten. Renault hatte sich 2013 mit den Gewerkschaften auf einen Sparpakt geeinigt, mit dem unter anderem Löhne bis 2016 eingefroren werden konnten. Inzwischen stellt Renault wieder ein: Dieses Jahr sollen 1000 neue Stellen in Frankreich geschaffen werden.

(awp/tno/ama)