Der Bündner Stromkonzern Repower schliesst seine Stromhandels-Niederlassung in Prag. Betroffen sind rund 20 Mitarbeitende. Repower begründet den Schritt mit der wachsenden Komplexität des Handelsgeschäfts und sinkenden Margen im europäischen Energiehandel.

Deshalb zieht sich der Stromkonzern aus einigen Handelsmärkten in Osteuropa und auf dem Balkan zurück, wie Repower am Dienstagabend mitteilte. Die verbleibenden Märkte, die bisher aus Prag betreut wurden, werden künftig vom Konzernsitz in Poschiavo GR aus bearbeitet.

Mailand im Glück

Die Neustrukturierung erfolge schrittweise und werde auf den 1. Januar 2016 wirksam, hiess es. Die neue Struktur bringe Effizienzgewinne im Bereich Risiko- und Vertragsmanagement und liege auf der Linie der laufenden Strukturoptimierungen.

Neben dem Handelsstützpunkt in Poschiavo bleibt auch die Niederlassung in Mailand bestehen, die für den italienischen Strom- und Gasmarkt zuständig ist. Unverändert stehe beim Repower-Handel die Funktion der Drehscheibe für alle Energiegeschäfte sowie die Optimierung der eigenen Anlagen im Zentrum, schrieb Repower.

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108 Millionen Franken Verlust

Dem Stromkonzern machen schon länger die tiefen Energiepreise und auch der starke Franken zu schaffen. In der ersten Jahreshälfte schrieb Repower einen Rekordverlust von 108 Millionen Franken.

Die Währungssituation trifft Repower besonders stark, weil sie einen grossen Teil ihres Umsatzes in Euro erzielt, während substanzielle Kostenanteile in Schweizer Franken anfallen. Zusätzlich wurde das Ergebnis durch rückläufige Nachfragen am Systemdienstleistungsmarkt und anspruchsvollen Marktbedingungen für das Handelsgeschäft belastet.

(sda/ise)