Das Bündner Energieunternehmen Repower hat im Geschäftsjahr 2015 noch mehr Verlust als im Vorjahr gemacht. Denn angesichts des Preiszerfalls an den Energiemärkten kam es erneut zu Wertberichtungen.

Wie zu erwarten, blieb das Geschäftsumfeld auch 2015 «äusserst anspruchsvoll» und belastete das Ergebnis 2015 «massiv», teilte Repower mitteilte. Der Preiszerfall an den Energiemärkten habe sich weiter fortgesetzt, und es sei absehbar, dass sich in den nächsten Jahren kaum eine Erholung einstellen wird.

Wasserkraft rentiert nicht mehr

Zusammen mit der Frankenstärke führe dies zu einer weiter sinkenden Werthaltigkeit von Anlagen und Langfristverträgen, zu weiter reduzierten Margen sowie zu einer Belastung des Finanzergebnisses. "Erfreuliche" Ergebnisbeiträge seien dagegen in den regulierten Märkten (KEV, Grundversorgung, Netz, Windparks) erzielt worden.

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Der Stromabsatz konnte im vergangenen Jahr mit rund 17,7 Terawattstunden praktisch unverändert gehalten werden, während der Gasabsatz um 16% auf rund 2,5 Mrd Kubikmeter anstieg. Die Eigenproduktion aus Wasserkraft, die über dem 10-jährigen Durchschnitt lag, rentierte sich angesichts der Marktlage allerdings nicht.

Die Gesamtleistung sank schliesslich um 17 Prozent auf 1,9 Milliarden Schweizer Franken. Das Ergebnis belasteten dann Wertberichtigungen und Rückstellungen auf Kraftwerksanlagen, Forderungen und Langfristverträge sowie weitere kleinere Sondereinflüsse in der Höhe von insgesamt 81 Millionen Franken. Damit sank der Ebit in den roten Bereich auf -69 Millionen - nach +26 Millionen im Vorjahr. Um Sonderbelastungen bereinigt resultierte ein Ebit von 12 Millionen nach 39 Millionen.

Noch grösserer Reinverlust als im Vorjahr

Unter dem Strich erlitt Repower einen Reinverlust von 136 Millionen Franken nach 33 Millionen im Vorjahr, wobei Währungseinflüsse und Bewertungseffekte von 57 Millionen Franken das Finanzergebnis negativ beeinflussten. Die Aktionäre sollen wie im Vorjahr auf eine Dividende verzichten.

VR vier Mitglieder kleiner

Zudem wird der Verwaltungsrat von zwölf auf acht Mitglieder verkleinert: Myriam Meyer Stutz, Domenico De Luca, Roger Vetsch und Peter Molinari verzichten auf eine Wiederwahl. Die übrigen Mitglieder werden zur Wiederwahl vorgeschlagen.

Die Nettoverschuldung ist 2015 auf 270 Millionen Schweizer Franken angestiegen, weshalb bereits Massnahmen eingeleitet wurden. So würden im Rahmen der im vergangenen Dezember kommunizierten Strategieanpassung verschiedene Devestitionen geprüft, mit denen in den nächsten 12 bis 24 Monaten insgesamt 60 bis 80 Mio CHF Cash-Zufluss realisiert werden soll (unter anderem Rumänien-Geschäft, Kraftwerk Teverola in Italien, Kernenergiebeteiligungen).

Die Ergebnisse «sind das Spiegelbild des unverändert schwierigen Umfelds und des fundamentalen Umbaus der Energielandschaft in Europa», liess sich Repower-CEO Kurt Bobst in der Mitteilung kommentieren. Gleichzeitig fühle er sich in der Neupositionierung als Energie-Dienstleister bestärkt.

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Zu abhängig vom Strompreis

Im ersten Halbjahr 2015 hatte Repower bereits einen dreistelligen Millionenverlust erlitten und danach im Dezember 2015 die Strategieanpassung verkündet. Vor allem soll die Abhängigkeit vom Strompreis verringert werden. Neben des Ausbaus der Dienstleistungen will Repower das Verkaufsgeschäft stärken und sich auf erneuerbare Eigenproduktion sowie die Märkte Schweiz und Italien konzentrieren.

Ausserdem soll die Kapitalstruktur bereinigt werden, indem die Repower-Inhaberaktien und -Partizipationsscheine Ende April von der Börse dekotiert werden. Danach wird der Handel an der BEKB OTC-X übertragen, bis die Titel dort als neue Einheitsnamenaktien ab dem 23. Mai unter neuer Valoren-Nummer handelbar sind - vorbehaltlich der Zustimmung der GV am 12. Mai 2016.

2015 wurden die Dienstleistungserträge auf 22 Millionen von 17 Millionen Franken gesteigert. Bis 2020 sollen diese auf über 30 Millionen wachsen. Mit reguliertem Geschäft ist indes ein EBIT von rund 22 Millionen Franken erwirtschaftet worden. Insbesondere durch Einbringung von bestehenden Kraftwerken in das KEV-Regime wird in den nächsten Jahren mit einer weiteren Zunahme von regulierten Ergebnisbeiträgen gerechnet.

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Die Strategieumsetzung brauche Zeit, hatte es bereits im Dezember 2015 geheissen. Von «einer kontinuierlichen Verbesserung der Ergebnisse ab 2019» wurde gesprochen. Für das Jahr 2025 stellte Repower damals einen Umsatz von 2,7 Milliarden Schweizer Franken und einen Ebit von 80 Millionen Franken in Aussicht - bei einem Wechselkurs von 1,05 Franken/Euro.

Für das laufende Jahr geht Repower davon aus, dass der Ebit vor Sonderfaktoren in einem ähnlichen Bereich wie im Vorjahr liegen wird.

(awp/chb)