In der Sparte Plastic/Metal- Components konnte erneut kein Fortschritt erzielt werden. Wann trennen Sie sich davon?

Joachim Kaufmann:

Als eine Massnahme sollen neue Aufträge akquiriert werden. Wie kommen Sie damit voran?

Kaufmann: Wir konnten kürzlich zwei neue Aufträge gewinnen. Einer davon ist ein Grossauftrag eines japanischen Transplants, der bereits im nächsten Geschäftsjahr umsatzwirksam sein wird. Sind noch weitere Massnahmen geplant?Kaufmann: Wir suchen nach strategischen Partnern oder Kooperationen.

Woran denken Sie konkret?

Kaufmann: In Frage kommen Joint Ventures oder Übernahmen. Wir sind mit verschiedenen potenziellen Partnern in Kontakt. Eine Zusammenarbeit muss strategisch Sinn machen, doch kann ich noch keine Einzelheiten dazu bekannt geben. Ich gehe davon aus, dass wir noch in diesem Geschäftsjahr den Vollzug vermelden können.

Sie wollen die schwächelnde Sparte demnach ausbauen?

Kaufmann: Nein, wir wollen in diesem Bereich nicht stark wachsen. Man braucht aber eine gute Marktposition und eine breite Kundenbasis, um erfolgreich zu sein. Insbesondere Letzteres soll die Kooperation verbessern.

Über eine Kooperation mit Adval Tech wird seit längerem spekuliert.

Kaufmann: Die Frage nach Adval Tech kommt regelmässig. Wir haben zu dieser Firma bereits eine gute operative Beziehung, und wir verfügen über einen ähnlichen Kundenstamm. Ich möchte aber betonen, dass sämtliche Optionen offen sind.

In der Division Automation ist der Ebit leicht gesunken. Worauf führen Sie dies zurück?

Kaufmann: Zuerst möchte ich betonen, dass wir in unserem Kernsegment, dem Feinschneiden, ein sehr gutes Resultat erzielt haben. Der Betriebsgewinn und die Aufträge sind stark gestiegen und auch die Marge von 8,4% ist im Branchenvergleich erfreulich. In der Automation sind wir aber tatsächlich stehen geblieben, jedoch sind Auftragseingang und -bestand sehr erfreulich.

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Weshalb?

Kaufmann: Wir hatten im vergangenen Geschäftsjahr einen schlechten Start und mussten, um die Auslastung zu gewährleisten, auch margenschwache Aufträge annehmen. Im 2. Quartal haben wir dann einen Boom erlebt, was zu einer Überlastung geführt hat, durch die wir an Effizienz verloren haben.

Wie wollen Sie diese wieder in den Griff bekommen?

Kaufmann: Wir wollen unseren hohen Auftragsbestand ertragswirksam abbauen. Dazu müssen wir Aufträge an Partner auslagern und unsere Mitarbeiter leisten hohe Überzeiten. Zurzeit ist es sehr schwierig, neue Fachleute zu rekrutieren. Die Vergabe von Aufträgen an weniger ausgelastete Firmen ist jedoch mit tieferen Margen verbunden.

Ist ein Kapazitätsausbau geplant?

Kaufmann: Nein. In Anbetracht der volatilen Situation in unserem Geschäft.

Auf Gewinnstufe hat Feintool schliesslich enttäuscht. Weshalb?

Kaufmann: Wir mussten Wertberichtigungen auf Anlagevermögen in Thailand und White Plains vornehmen sowie auf eine aktivierte Entwicklungsleistung, die nicht den erwarteten Zukunftswert erbringen wird. Zudem war unsere Steuerbelastung in diesem Jahr höher als im letzten.

Wie geht es weiter mit Feintool?

Kaufmann: Wir werden im laufenden Geschäftsjahr Restrukturierungskosten in der Höhe von 2,5 bis 3 Mio Fr. haben. Ab 2008/09 dürfte es wieder aufwärts gehen. Dann ist auch eine Erholung beim Aktienkurs zu erwarten.

Befinden Sie sich in einem weiteren Übergangsjahr?

Kaufmann: Ich würde es eher als Restrukturierungsjahr bezeichnen, in dem wir unsere Effizienz und Produktivität wieder steigern wollen. Bei Plastic/Metal-Components haben wir noch grosses Potenzial.