Der Wettbewerb um Privatkunden nimmt zu. Und das Geschäft ist nicht mehr nur regional, sondern auch international. Hinzu kommt, dass neben Banken mittlerweile auch Versicherungsgesellschaften, Finanzberater und andere Akteure um die gleiche Klientel werben. Die Retailbanken haben also an verschiedenen Stellen gleichzeitig zu kämpfen: Den Kunden will man Nähe und neue Produkte bieten, der Konkurrenz die Stirn.

Damit dies gelingt, müssen Prozesse effizient und die Kosten unter Kontrolle sein. Genügend Diskussionsstoff also für die hochrangigen Entscheider aus der Bankbranche. Die Professoren Hans Geiger vom Swiss Banking Institute der Universität Zürich und Maurice Pedergnana, Leiter Competence Center Financial Services Management des Instituts für Finanzdienstleistungen in Zug, führten durch die Tagung. Pedergnana mahnte, dass vermehrt Konkurrenz aus dem Ausland drohe, während die Schweizer Banken ihrerseits die Chancen im europäischen Retail Banking bisher kaum wahrgenommen haben. Einer dieser neuen Player ist die GE Money Bank, deren CEO Richard Neff seine Einschätzung der Wachstumschancen und Herausforderungen im Schweizer Markt darlegte.

Am zweiten Tag der Veranstaltung lag der Fokus auf Fragen des Vertriebs und der Filialsteuerung. Jürg Bucher, Leiter PostFinance ­ obwohl noch immer ohne Bankenlizenz, eine feste Grösse im Schweizer Retailgeschäft ­, brachte es schliesslich auf den Punkt, als er erklärte, dass der persönliche Kontakt mit Kundinnen und Kunden im so genannten Massengeschäft kein Widerspruch sein müsse. Dazu bedürfe es zwar eines hohen Masses an Standardisierung, aber die Filiale werde es trotz Internet auch weiterhin geben ­ allerdings sehe sie dann vielleicht nicht mehr so aus wie heute.

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Hanspeter Kurzmeyer, Leiter Privatkunden Schweiz bei der Credit Suisse, sagte: «Die Serviceorientierung im Banking Business ist vergleichbar mit einem Hotel. Im Prinzip bin ich Hotelier.»