Automation und moderne Intralogistiklösungen steigern die Produktivität und Effizienz des Lagers. Parallel dazu fordern zunehmend wechselnde Artikelspektren, steigende Auftragszahlen bei immer kleineren Losgrössen und deutlich erhöhte Anforderungen an die Flexibilität neue, effizientere Systeme und ganzheitliche Lösungen für den schnellen und wirtschaftlichen Zugriff auf das Lagergut. Doch nicht immer ist die grosse Lösung nötig oder möglich. Vielfach bildet Anlagenmodernisierung beziehungsweise -erweiterung, das sogenannte Retrofitting, eine Brücke. Denn bereits durch Modernisierung von Anlagen und -komponenten lässt sich nicht nur die Betriebssicherheit steigern, sondern die Lagerverfügbarkeit verbessern und eine Reduktion der Personalkosten von bis zu 30 Prozent erzielen. Ressourcenmanagement und Aspekte der Green Logistics bieten weitere Potenziale. Dadurch gewinnen Retrofit-Projekte im Markt zunehmend an Bedeutung. Immer öfter wird dieses Upgrade überdies mit einer Aktualisierung der IT-Landschaft sowie der Antriebs- und Steuerungstechnik verbunden.

Fokus vermehrt auf Energieeffizienz

Auf diese Entwicklung hat SSI Schäfer frühzeitig mit der Einrichtung einer entsprechenden Service-Abteilung reagiert. Mit den Retrofit-Leistungen der Abteilung werden Lager- und Produktionsanlagen durch Komponentenaustausch, Erweiterungen oder IT-Modernisierung auf den modernsten Stand der Technik gebracht und neue Materialflüsse an bestehende Produktionsanlagen angebunden. Das gilt sowohl für Altanlagen aus dem Hause SSI Schäfer als auch für solche von Drittanbietern. Allein in der vergangenen Dekade hat der Intralogistikspezialist pro Jahr durchschnittlich fast zehn Modernisierungsprojekte umgesetzt.

Bei solchen Projekten befinden sich die Altanlagen zumeist im operativen Betrieb, bei dem Ausfälle unternehmenskritische Folgen hätten. Parallel dazu werden die Zeitfenster für die Sanierungsmassnahmen immer kürzer. Und: Bei den Planungen für das künftige Logistikkonzept müssen vorhandene, oft einschränkende Gebäudestrukturen berücksichtigt werden. Vom Anlagenbauer sind daher Termintreue, Flexibilität und hohe Kompetenz hinsichtlich der branchentypischen Prozesse und der nutzbaren Technologien gefordert.
Dazu gehört ein umfassendes Leistungsangebot. Zuerst ermitteln die Sachverständigen den Bedarf an Retrofit-Massnahmen. In der Planung des neuen Intralogistikkonzeptes liegen die Schwerpunkte dann bei der mechanischen und elektrischen Optimierung der Anlage und der Prozesse bei einer möglichst optimalen Raumausnutzung beziehungsweise Freiflächengenerierung. Die Ziele: Optimierung und Transparenz der Warenflüsse, Auslegung der eingesetzten Ladungsträger sowie eine innovative Arbeitsplatzgestaltung – unter Berücksichtigung der Sicherheitskonzeption nach der neuen Maschinenrichtlinie. Dann wird gemeinsam mit den Kunden ein Zeitplan für die Realisierung erstellt, um die laufende Produktion so wenig wie möglich einzuschränken.

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Bei der Modernisierung oder Einrichtung dynamischer Anlagenkomponenten fällt der Fokus zunehmen auf die Einbindung energieeffizienter Antriebe. Das reicht von wirkungsgradoptimierten Antriebsvarianten und dem sogenannten Totlastausgleich über eine intelligente Ansteuerung von RBG-Hauptachsen bis hin zu Netzrückspeiseeinrichtungen und der Einrichtung von Bedarfsabschaltungen. So werden alte Antriebe und Umrichter durch moderne, energiesparende und leistungsstarke Aggregate ersetzt, die Steuerungen auf Siemens S7 und die Kommunikation auf TCP/IP-Protokolle umgestellt.

Durch eine bessere Vernetzbarkeit der einzelnen Steuerungen steigern die neu eingesetzten Komponenten nicht nur Ressourceneffizienz und Durchsatz. Vielmehr sind die neuen Systeme verschleissarmer und bieten in der Regel bessere und schnellere Fernwartungsmöglichkeiten.

Dass derartige Projekte auch langfristig geplant und umgesetzt werden können, zeigt das Beispiel des Markenherstellers Braun, Marktheidenfeld. Über mehrere Jahre stimmte SSI Schäfer die kontinuierliche Modernisierung einer neungassigen Hochregalanlage mit dem Kunden ab und führte sie mit ihm durch. Inzwischen ist die Anlage auf dem neuesten Stand der Technik. Das Lager aus dem Jahr 1982 erhielt nachträglich ein CE-Zertifikat.