Die Währungseinflüsse haben Ihren Halbjahresabschluss stark belastet. Wie wollen Sie diesem Problem zukünftig entgegentreten?

Arno Schenk: Wenn man im Ausland aktiv ist, dann ist man unvermeidbar Währungsschwankungen ausgesetzt. Indem wir jeweils lokal produzieren, haben wir jedoch ein natürliches Hedging, das Risiko beschränkt sich auf die Rückführung der Gewinne. Man könnte die Gewinne absichern, dies ist aber wegen der Flexibilität der Rückführung und der Hedging-Kosten für uns nicht lohnenswert. Man darf auch nicht vergessen, dass ein tieferes Resultat in Schweizer Franken nicht bedeutet, dass wir operationell ein Problem haben.

Wirkt sich die Stabilisierung des Dollar bereits positiv aus?

Schenk: Zumindest von den Dollarschwankungen erwarten wir keine weiteren negativen Effekte mehr. Die konjunkturelle Entwicklung könnte aber belasten. Denn die Rezession aus den USA weitet sich auf Europa und sogar auf Asien aus.

Wie läuft das Geschäft in Amerika?

Schenk: Amerika befindet sich in einer Rezession. Deshalb sind wir zufrieden, da wir uns im Bereich High-Performance-Plastics (HPP) recht gut halten konnten.

Wie hat sich die Schwäche der Automobilbranche auf Ihr Ergebnis ausgewirkt?

Schenk: Im Bereich Plastic Composites (QPC) spüren wir die grossen Probleme der US-Automobilindustrie stark. Unser Umsatz ist in diesem Bereich deshalb um 7% zurückgegangen.

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Können Sie den Umsatzrückgang stoppen?

Schenk: Wir versuchen unsere QPC-Aktivitäten mit neuen Entwicklungen ausserhalb der Automobilindustrie generell zu fördern. Zu denken ist dabei an die Betonverschalungen. Hier sind wir dabei, die Produktionskapazitäten aufzubauen.

Weshalb trifft die Konjunkturabschwächung HPP weniger?

Schenk: Dieser Sektor ist sehr breit abgestützt. Wenn die Wirtschaft brummt, profitieren wir zwar weniger, in schwächeren Zeiten werden wir dafür in geringerem Mass in Mitleidenschaft gezogen. So konnten wir in Lokalwährung um 3% wachsen.

Welchen Einfluss haben die hohen Energiepreise?

Schenk: Im HPP-Bereich können wir Kostensteigerungen, mit Verzögerungen zwar, generell an den Markt weitergeben. Dadurch kann es zu einer temporären Margenkontraktion kommen. Bei QPC ist dies bedeutend schwieriger, denn auch die erfolgreichen Autohersteller sind unter Preisdruck. Indem wir versuchten, jene Aufträge zu reduzieren, die für uns nicht mehr interessant sind, konnten wir unsere Marge halten. Wenn die jetzige Entwicklung aber anhält, ist ein weiterer Druck durchaus möglich.

Welchen Geschäftsgang erwarten Sie bis Ende 2008?

Schenk: Wir sind eher zurückhaltend. Die Einschätzung ist schwierig, denn es zeichnet sich mittlerweile überall eine Abkühlung ab.

Und über das Jahr 2008 hinaus?

Schenk: Das hängt auch von der Konjunktur ab. Im Bereich HPP erwarten wir eine Entwicklung im bisherigen Rahmen und bei QPC eine Begünstigung der Erholung dank der neuen Non-Automotive Applikationen.

Der Quadrant-Aktienkurs ist im Keller. Wie wollen Sie die Aktionäre bei Laune behalten?

Schenk: Die meisten Kurse sind unter Druck. Wir sind natürlich der Meinung, dass der Kurs höher sein sollte, aber am Ende müssen die Marktteilnehmer entscheiden, ob sie die Aktie kaufen wollen. Und es gibt zurzeit nicht viele Leute, die Aktien kaufen.

In der Vergangenheit ist der Kurs nach einer grösseren Akquisition in die Höhe geschossen. Planen Sie diesbezüglich etwas?

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Schenk: Kleinere Zukäufe tätigen wir laufend. Grössere Akquisitionen lassen sich nicht bestellen. Das Klima für Zukäufe ist jetzt aber wieder positiver. Wir bleiben am Ball.

Steht die Aufhebung der Eintragungsbeschränkung auf dem Plan?

Schenk: Nein. Sie hat sich in den vergangenen Jahren bewährt. Daran werden wir aus kurzfristigen, kosmetischen Gründen nichts ändern.