Um für die zukünftigen Anforderungen gerüstet zu sein, musste die Kommissionierung für die Montagebereitstellung bei Maxdata abgelöst werden. Das bisherige Materialflusskonzept erwies sich als zu starr und zu anfällig gegenüber Staus, die Pick-to-Light-Anlage war veraltet und nicht ausreichend mit SAP integriert. Plausibilisierungen über das SAP-System waren nicht möglich.

Dematic erhielt von Maxdata den Auftrag, die am Standort Würselen bereits existierende Lösung für die Kommissionierung abzulösen. Dies beinhaltete auch den Auftrag, die Fördertechnik und die Pick-to-Light-Anlage älteren Datums durch neue Technik von Dematic zu ersetzen. Neben dem Ziel, die vorhandene Kapazität zu erweitern, galt es insbesondere, ein verbessertes Materialflusskonzept zu implementieren, die Qualität der Kommissionierprozesse deutlich zu erhöhen und die damit verbundenen Prozesse zu beschleunigen. Auch die Anbindung der PTL-Lösung an SAP sollte deutlich verbessert werden. Die Aufträge an das PTL-System waren bislang ausschliesslich im Batch-Betrieb an das unterlagerte System übermittelt worden und es fehlte an Valididerungen für den Kommissionierprozess. Da die Kommissionierboxen für die Erfordernisse in der Produktion bereits mit RFID-Tags versehen waren, lag es nahe, diese Technologie auch für die Steuerung der Kommissionierboxen durch die neue Kommissionieranlage zu nutzen.

Komplett neue Lösung

Dematic erstellte eine komplett neue Order-Fulfillment-Lösung auf Basis der eigenen Behälterfördertechnik BK-10. Für die Kommissionierbereiche wurden Bahnhöfe eingerichtet, an denen Ware ausgeschleust und auch vorbeigeschleust werden kann. Boxen können sich jetzt überholen, was Staus verhindert. Über Vertikalförderer werden die Boxen auf derzeit zwei Ebene verteilt. Eine dritte Ebene kann zu einem späteren Zeitpunkt ergänzt werden. Das Order-Fulfillment-System (OFS) steuert den Materialfluss, den Kommissionierprozess und ist für die platzbezogene Bestandsverwaltung zuständig. Aus SAP-Sicht ist die Kommissionieranlage ein Freilager. Die in den Aufträgen angeforderten Artikel werden von SAP an das OFS weitergeleitet, das die Aufträge dann auf die Kommissionierkanäle bzw. Palettenplätze aufbricht. Die Produktionsvorbereitung beginnt mit der Zusammenführung von Kommissionierbox und Auftrag, wobei die Seriennummer in einen RFID-Tag geschrieben wird.
Die SPS erhält dann ein Telegramm mit dem ersten anzusteuernden Bahnhof und eventuellen Ausweichzielen. Bei jedem Verlassen eines Bahnhofs schickt das OFS ein neues Telegramm an die SPS und teilt dieser das nächste Ziel und eventuelle Ausweichziele für die Kommissionierbox mit.
An jedem Ausschleuspunkt liest ein RFID-Reader den Behälter-Tag, wodurch die SPS dann auch weiss, ob dieser Behälter ausgeschleust oder weiterfahren soll. Ziel der Software ist es, möglichst viele Picks an einem einzigen Bahnhof durchzuführen. Deshalb muss nach jedem Verlassen des Bahnhofs geprüft werden, ob die Route noch stimmt. Falls an einem Alternativbahnhof nicht alles Material verfügbar war, das am primären Ziel aufgenommen werden sollte, muss ein zusätzlicher Bahnhof angefahren werden. Umgekehrt kann es auch sein, dass geplante Stopps an Bahnhöfen entfallen können. Die neue Pick-to-Light-Anlage von Dematic mit rund 2000 Displays wurde über das OFS so an SAP angebunden, dass eine direkte Rückmeldung an SAP möglich wird.
Das neue Oder-Fulfillment-Konzept hat die Kommissionierung wesentlich beschleunigt, die vorhandenen Flaschenhälse im Materialfluss wurden beseitigt. Die Verwendung von RFID-Tags zur Identifikation der Behälter an den Ausschleusepunkten hat sich bewährt. Die Identifikation erfolgt schnell, berührungslos und mit hoher Zuverlässigkeit. Ebenfalls bewährt hat sich die neue Pick-to-Light-Anlage. Zusätzlich zu den Kommissionierboxen wird auch der Nachschub für die Durchlaufregale zu den Bahnhöfen transportiert.
Diese Behälter sind mit einem Barcode versehen, der an den Nachschubbahnhöfen gelesen wird. Maxdata zählt zu den führenden europäischen Hardware-Herstellern. Das Produkt- und Serviceangebot konzentriert sich auf die Anforderungen gewerblicher Nutzer. Zu den Produkten zählen Server, PCs und Notebooks, die unter dem Markennamen Maxdata vertrieben werden, sowie Displays und Monitore, welche unter dem Markennamen Belinea im Handel erhältlich sind.

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