Die Rhätische Bahn (RhB) steht vor einem grossen Erneuerungsschub. Sie will 440 Millionen Franken in neue Triebzugkompositionen und Steuerwagen investieren. «RhB 2020» heisst die Strategie dazu.

Bis ins Jahr 2025 muss die Bündner Bahn etwa 25 Prozent der Flotte entweder ersetzen, oder Fahrzeuge müssen revidiert werden, wie RhB-Verwaltungsratspräsident und CVP-Ständerat Stefan Engler am Freitag in Chur sagte. Die Investitionen von 440 Millionen Franken in den Fahrzeugpark sind in den kommenden 5 bis 15 Jahren geplant.

Die «RhB 2020» fahre mit einheitlicheren Zügen, die bequemer ausgestattet und auf den verkehrsreichen Achsen häufiger unterwegs seien, sagte Direktor Hans Amacker. Mit «Retica 30», ist der Taktfahrplan betitelt, der ab 2014 den Halbstundentakt nach Davos und St. Moritz bringt.

Stellenabbau im Rangierdienst

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Das neue Lok- und Wagenmaterial wird die Aufgaben bestimmter Berufsgruppen verändern. In ein paar Jahren wird ein Stellenabbau im Rangierdienst erwartet, der laut Direktor Amacker über Fluktuationen und Verschiebungen aufgefangen werden kann. Dank des Halbstundentakts werden neue Stellen für Lokführer geschaffen.

Im Freizeitverkehr setzt die RhB unverändert auf ihre Paradepferde, den Glacier und den Bernina Express. Die Premiumzüge bekamen allerdings die aktuelle Schwäche im Tourismus zu spüren. Die Zunahme im Abonnementen-Verkauf bügelte die Delle bei den Einnahmen aus, so dass sich der Ertrag aus dem Personenverkehr im laufenden Jahr unverändert auf 92 Millionen Franken beläuft.

Ausgeglichenes Ergebnis

Die Erträge von 14 Millionen aus dem Autoverlad und 18 Millionen Franken aus dem Güterverkehr entsprechen der Budgetierung und dem Vorjahreswert. Unter dem Strich erwartet die Bahn 2012 ein ausgeglichenes operatives Ergebnis.

Noch keine Erholung sehen die Bahn-Chefs nächstes Jahr im touristischen Markt. Eine leichte Ertragsverbesserung wird von den landesweiten Preiserhöhungen im öffentlichen Verkehr erwartet.

Insgesamt veranschlagt die Bahn für 2013 Einnahmen und Ausgaben von 340 Millionen Franken. Bei den Erträgen eingerechnet sind die Abgeltungen von Bund und Kanton. In die Infrastruktur sollen 150 Millionen Franken investiert werden. Weitere Investitionen von 77 Millionen Franken fliessen in Rollmaterial und Immobilien.

(jev/sda)