Bei der Rhätischen Bahn (RhB) steht es schlecht um die Bremsfähigkeit eines Teils ihrer Züge. Dies berichtet der «Beobachter» in seiner aktuellen Ausgabe. Das Problem besteht demnach bereits seit 2010, als die Bahn begann, ihre Züge mit leiseren Bremsen auszustatten.

Risiken gibt es laut «Beobachter» vor allem im Winter auf den Strecken Chur-Arosa und über den Bernina: Die Bremswege seien zu lang und nicht mehr tolerierbar, kritisierten Lokführer.

In einem offiziellen Informationsorgan spricht die RhB dem Bericht zufolge selbst von «akuten Bremsproblemen im letzten Winter». Sie bestanden gemäss einem internen Protokoll auch schon im Jahr davor. Deshalb führte die Bahn damals Testfahrten durch – mit nichtsahnenden Passagieren. 

Die Sicherheitsprobleme wurden bisher nicht öffentlich kommuniziert. Selbst das Bundesamt für Verkehr wusste bis zur Anfrage des «Beobachters» nichts von den Bremsproblemen.

Risiken bis hin zu Beinahe-Kollisionen

Angestellte kritisieren laut «Beobachter» weitere Sicherheitsmängel. So mussten etwa RhB-Züge durch Einzugsgebiete von Lawinenhängen fahren, auch wenn dort die Strassen aus Sicherheitsgründen gesperrt wurden.

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Ausserdem verkehren immer noch Züge ohne automatisches Türschliesssystem. Laut Lokführern kommt es oft beinahe zu Unfällen, weil Reisende auf der falschen Seite aussteigen und auf ein befahrenes Nachbargleis geraten, heisst es in dem Bericht.

Auch bei der Erteilung der Abfahrerlaubnis aus dem Bahnhof gibe es immer wieder Risiken bis hin zu Beinahe-Kollisionen, weil die vom Bund vorgeschriebene Prozedur nicht eingehalten wird.

(tno/muv)