Der Luxusgüterhersteller Richemont hat im ersten Halbjahr 2015/16 von boomenden Geschäften in Europa und Japan profitiert und konnte damit Einbussen in Asien ausgleichen. Der Konzern, der Cartier-Schmuck und -Uhren sowie Zeitmesser der Marken Piaget, IWC und Jaeger-Lecoultre vertreibt, steigerte seinen Gewinn von April bis Ende September um gut ein Fünftel auf 1,1 Milliarden Euro. Dazu habe vor allem ein starkes Schmuckgeschäft beigetragen, teilte der Genfer Konzern am Freitag mit.

Der Aktienkurs fiel im frühen Handel um über sieben Prozent.

Für die zweite Hälfte des Geschäftsjahres erwartet das Unternehmen ein unverändert schwieriges Umfeld. Im Oktober sei der Umsatz währungsbereinigt um sechs Prozent zurückgegangen.

Chefwechsel bei Juwelier Cartier

Zugleich kündigte Richemont am Freitag den Rücktritt des Chefs der Marke Cartier, Stanislas de Quercize, aus persönlichen Gründen an. In der Mitteilung heisst es, dies geschehe «aus persönlichen Gründen». De Quercize bleibt dem Konzern allerdings erhalten und übernimmt die Rolle des Chairman von Richemont Frankreich. Laut Presseberichten von dieser Woche erfolgt der Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen.

Nachfolger an der Spitze der Uhrenmarke Cartier wird den Angaben zufolge Cyrille Vigneron, aktuell Präsident von LVMH Japan. Vor seiner Zeit bei LVMH war er von 1988 bis 2013 bereits bei Richemont und arbeitete dort vor allem für Cartier. Man sei mit Konkurrent LVMH übereingekommen, dass er seinen Job offiziell Anfang 2016 starten könne, heisst es. In seiner neuen Rolle wird Vigneron dann auch Mitglied der Richemont-Geschäftsleitung. Und im September 2016 werde er dann vorgeschlagen zur Wahl in den Verwaltungsrat.

(awp/reuters/me)