Geben, geben und noch einmal geben: Das ist der Tenor der fünf Podiumsteilnehmer aus den verschiedensten Branchen. Wer an einer Veranstaltung mit einem Flyer auf sein Produkt oder seine Dienstleistung aufmerksam mache, betreibe Werbung und sei an den Treffen der Xing-Gruppe Zentralschweiz nicht willkommen, meint Xing-Regionalmanager und Ambassador Peter E. Fischer. Das Motto der Gruppe laute: Sei persönlich, das Geschäftliche ergibt sich. Auch Andreas Münch, Leiter des Departements Logistik und Informatik sowie Mitglied der Generaldirektion des Migros-GenossenschaftsBundes (MGB), Zürich, sind jene «Netzwerker» zuwider, die an die Stehtischchen treten, um zu sehen, ob es einen Brocken Fleisch in Form eines Auftrages gebe.

Ausschliessen, dass ein tragfähiges Netzwerk einen Auftrag oder gar ein Jobangebot generiere, will allerdings niemand auf dem Podium. Beispiel dazu ist der Schwyzer Regierungsrat Georg Hess, der seinen künftigen Job als Leiter Public Affairs der Bank Julius Bär einerseits seinem Netzwerk, anderseits aber - so betont Hess - auch seinen Fähigkeiten verdankt. Ein funktionierendes Netzwerk brauche Zeit, damit das Vertrauen wachsen und die Fähigkeiten beurteilbar werden können.

Dies sei wichtig, um ein funktionierendes Netzwerk zu haben, stimmt Markus Theiler, stellvertretender Geschäftsführer und Partner des Personalberaters Jörg Lienert, Luzern/Zürich, bei. Es reiche nicht, ein grosses Netzwerk zu haben und Visitenkarten auszutauschen, die Kontakte müssen langfristig gepflegt werden. Dazu gehört auch, das Netzwerk zu bewirtschaften.

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Jene Kontakte, mit denen einen nichts Persönliches verbinde, seien zu lösen, ist die Ansicht von Sita Mazumder, Professorin am Institut für Finanzdienstleistungen Zug und Initiantin der Women’s Finance Conference. Sie ist überzeugt, dass Frauen und Männer unterschiedlich netzwerken. Frauen eher schüchterner, zaghafter und mehr von ihren Sympathien geleitet. Es sei allerdings wichtig, dass sich Frauen in allen Netzwerken einbringen, nicht nur in Frauennetzwerken.

Ebenso sei die Vermischung der Branchen anzustreben, finden die Podiumsteilnehmer der Diskussion, die von «io new management»-Redaktorin Charlotte Pauk geleitet wurde. Die verschiedenen Perspektiven bereichern und eröffnen neue Perspektiven. Netzwerken sei lernbar, jedenfalls bis zu einem gewissen Grade. Voraussetzung sei Offenheit und Interesse an der andern Person. Denn wichtig, diesbezüglich waren sich die Diskutierenden einig, sei der persönliche Kontakt. Auch wenn Online-Plattformen wie Xing das Kontaktknüpfen heute sehr stark erleichtern, so bleiben sie nur ein Instrument zum Netzwerken. In der regen Diskussion des Publikums im Anschluss an das Podium wurden die Tipps sogleich in die Praxis umgesetzt - auch wenn vielleicht der eine oder die andere insgeheim nicht nur geben möchte, sondern auch ganz froh um einen Auftrag wäre.