Oft ist die Vermögensübertragung an den/die (Lebens-)Partner/in oder die nächste (oder übernächste) Generation eine grosse Belastung. Angespannt sind nicht nur die abgebenden, sondern auch die übernehmenden Personen. Dieses Bauchweh dauert dann nicht nur ein paar Monate bis zum nächsten Börsenaufschwung, sondern meist Jahre, wenn nicht Jahrzehnte. Die Vermögensübertragung erfolgt oft sehr spät, weil alle Beteiligten einen weiten Bogen um das Thema machen. Und damit fehlt dann das Wichtigste: Die Zeit, Erfahrungen zu sammeln und sich auf die Aufgabe vorzubereiten. Wie das meiste im Leben, will auch der Umgang mit Geld und Vermögenswerten erlernt werden. Viel zu oft wird Verantwortung übernommen, ohne genügend darauf vorbereitet zu sein. Eine gute, umfassende Einführung der Nachfolgegeneration erfolgt in vier Stufen und soll von einer offenen Kommunikation und einem respektvollen Umgang miteinander geprägt sein (siehe Kasten).

Oft müssen die Nachfolger direkt bei der letzten Stufe einsteigen und fühlen sich überfordert. Vermögen besteht nicht nur aus Geld, sondern beinhaltet auch nicht-monetäre Faktoren. Ein Familienvermögen kann nur erhalten bleiben, wenn alle vier «Kapitale» gleichmässig ausgebildet werden: Familienvermögen = Finanzvermögen + Humankapital + Werte + Intellektuelles Kapital.

Mission Statement

Ein Mission Statement, also ein klares Ziel mit verbindlichen Werten, hilft bei der Fokussierung und der Definition der Anforderungen. Zu viele Stolpersteine liegen auf dem Weg zur Vermögensmehrung. Gerade darum ist es wichtig, genau zu wissen, was die Familie will, um die nötigen Vorkehrungen zu treffen.

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Neben diesen eher «weichen» Faktoren sind bei der Übertragung von Vermögenswerten – vor allem wenn es neben Bargeld und Wertpapieren um Immobilien und Unternehmensbeteiligungen geht – die erbrechtlichen Massnahmen oft noch wichtiger als die reinen Vermögensfragen. Rechtzeitig geschaffene Strukturen, einvernehmlich gelöste Vermögensaufteilungen und klare Verantwortlichkeiten verhindern Streit, Vermögensvernichtung oder unnötige Steuerfolgen. Diese Massnahmen – zu Lebzeiten getroffen – können grundsätzlich immer wieder geändert werden. Sie schaffen aber Klarheit, Transparenz und Goodwill. Die heutigen, oft über den ganzen Globus verstreuten «Patchwork families» sowie eine höhere Lebenserwartung und komplexere Vermögensstrukturen bedingen rechtzeitige und einvernehmliche Lösungen. Die letzten Monate haben gezeigt, dass eine kluge Vermögensdiversifikation und ein vernünftiges Risikoprofil viel wert sind. Nur ein Denken über Generationen hinweg bringt gute Lösungen.

Gleich viel Zeit wie für die Strukturierung und Verwaltung des Finanzvermögens muss aber auch in die Entwicklung des zukünftigen «Humankapitals» investiert werden. Je nach zukünftigen Aufgaben bedeutet das im simplen Fall die Vermittlung von Grundkenntnissen und bei anspruchsvollen Führungsaufgaben innerhalb der Familie entsprechende Fachausbildung.

Family Office hilft

In sensiblen Vermögensfragen ist ein unabhängiger Berater oft der bessere Partner als eine Institution oder ein Berater mit kommerziellen Zielsetzungen. Dazu kommt, dass bei komplexeren Fragestellungen verschiedene Spezialisten koordiniert werden müssen. Ein umfassender Ansatz mit einem bankenunabhängigen Reporting, hoher Kostenorientierung, einer zweckmässigen Vermögensallokation und der Auswahl der besten Spezialisten für die Teilaufgaben hat sich bewährt. All dies und einen weiteren Vorteil kann ein Family Office als Vermögensspezialist bieten: Es vertritt ausschliesslich die Interessen seiner Kunden und hat keine Interessenkonflikte. Und es hat Zeit, die Nachfolgegeneration in das Thema einzuführen und zu begleiten.