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Riesige Barmittel: Apple lässt die Milliarden fliessen

Geldmaschine Apple: Der Konzern befindet sich nach wie vor auf der Überholspur.   Bloomberg

Gründer Steve Jobs verwehrte sich stets gegen Dividenden und Aktienrückkäufe - sein Nachfolger Tim Cook änderte diesen Kurs. Berechnungen zeigen nun Erstaunliches über die Finanzkraft des Konzerns.

Von Volker Strohm
am 19.08.2014

Hortet eine Firma Bargeld, ist das in aller Regel ein gutes Zeichen für Investoren. Es kann aber auch dazu führen, dass diese aufbegehren – so geschehen im Fall von Apple. Der 2011 verstorbene Firmengründer Steve Jobs hatte es nämlich stets abgelehnt, zumindest einen Teil dieses Geldes den Aktionären zukommen zu lassen.

Rund 100 Milliarden Dollar hatte der Computerriese aus Cupertino in bar auf der hohen Kante, als Jobs-Nachfolger Tim Cook Anfang 2012 die Zahlung einer Dividende sowie den Rückkauf von Aktien ankündigte. Seither hat Apple 21,5 Milliarden Dollar an Investoren ausgeschüttet – und Aktien im Wert von 53 Milliarden Dollar zurückgekauft.

Anleihen als steuerliche Optimierung

«Durch die bisherigen Massnahmen ist die Summe an Zahlungen auf mehr als 70 Milliarden US-Dollar von unseren 130 Milliarden US-Dollar Kapital im Rahmen unseres Kapitalrückflussprogramms gewachsen – und wir haben noch sechs Quartale bis zu dessen Beendigung», erklärte Apple-Finanzchef Luca Maestri im Juli.

Finanziert wurde das Rückkaufprogramm auch über Anleihen, weil das Apple unter dem Strich steuerlich günstiger kommt. Zusammen mit der Aufnahme von Krediten errechnete Horace Dediu von Asymco nun, wie hoch die Barbestände in Cupertino wären, wenn Apple dem Weg von Jobs treu gelieben wäre. Resultat: satte 210 Milliarden Dollar.

Einordnung mit Schweizer Börsenwerten

Dediu will mit seiner Berechnung auch Kritikern widersprechen, die bei Apple eine Krise herbeireden wollen. «Auch wenn das operative Wachstum nicht ganz so schnell verläuft, wie sich das einige erhoffen, kann die lineare Entwicklung der Kurve aus Cash und Ausschüttungen an die Aktionäre (siehe Grafik unten) durchaus auch als Erfolg gewertet werden.»

Und um ein Gefühl für einen (theoretischen) Barbestand von 210 Milliarden Dollar oder knapp 190 Milliarden Franken zu erhalten: Damit liesse sich – gemessen am aktuellen Börsenwert – ein fast 90-prozentiger Anteil an Novartis (214 Milliarden Franken) kaufen. Oder UBS, ABB, Syngenta, Swisscom und Swatch – alle zusammen, wohlgemerkt.

(Quelle: Asymco)

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